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Warum speziell diese Seite - Der pubertierende Einser?

 

Ich glaube es gibt echt keine dööfere Zeit, sich einen Diabetes auszusuchen als in der Pubertät. Wenn du das von Geburt an oder bereits als kleines Kind hast, dann ist es die absolute Normalität. Du wächst damit auf und der Stressfaktor ist bei den Eltern weitaus geringer, weil sie von Anfang an die Entwicklung ihres Kindes und den Umgang mit Diabetes beeinflussen können. Aber so ein Teenager hat schon was erlebt, viele Erfahrungen gemacht, die nicht immer positiv waren...der Teenager hat bereits seinen eigenen Kopf und will autonom sein...weil er ist ja jetzt immerhin schon fast erwachsen.  

 

Als Teenager endeckst du dich im Prinzip grade selber und bist auf der Suche nach Allem...und vor allem nach dir selbst. Es ist eine Zeit, wo du schon als "normaler und gesunder" Teenager das Gefühl hast, du wirst dich niemals finden und erst Recht nicht, das was dich glücklich macht. Wie sollst du das dann mit Diabetes hinkriegen?

 

Du bist hin und hergerissen zwischen "ja ich will" und "nein ich will nicht" und das an manchen Tagen im Sekundentakt. Boh wie ätzend und grausam, vor allem weil man das Gefühl hat, es ist eine Zeit, die nie vergeht. Jedes "Nein" unserer Eltern ist eine absolute Ablehnung und kann überhaupt nicht als konstruktiv gewertet, geschweige denn verarbeitet werden. Du wirst einfach ständig auf Eines reduziert...auf den Diabetes. Dass du ein ganz normaler Teenager bist mit allen Gefühlen, die man in dieser Phase halt so durchmacht, sieht irgendwie kaum Jemand.

 

Liebe Eltern! 

 

Hey Ihr macht euch große Sorgen um euer Kind und das ist auch völlig in Ordnung aber mir wäre es lieber, ihr würdet - Kinder im Umgang mit dem Diabetes mehr stärken und dazu gehört manchmal auch, sie ihre Erfahrungen machen lassen. Das tut weh, weil wenn dein Kind plötzlich im Unterzuckerungskoma auf der Intensivstation liegt, hast du nur noch eines PANIK und ANGST um dein Kind. Dann machst du dir als Elternteil Vorwürfe und fragst dich, was du falsch gemacht hast. Aber du hast nichts falsch gemacht. Auch dein Kind, ob es Diabetes hat oder nicht, will testen, sich ausprobieren und wie alle gesunden Kinder muss es auch mal so richtig auf die Fresse fallen. Das gehört dazu und glaubt mir, euer Kind macht das nicht, um euch zu ärgern. Nein!!! Es will seine Grenzen austesten und je mehr Grenzen ihr eurem Diabetikerkind unnötig setzt, um so mehr testet es und um so öfter und schlimmer kriegt es eins in die Fresse.     

 

So weiter...Pubertät -> Da entdeckst du plötzlich Dinge, wo du dich fragst, "ähm gab es eigentlich schon immer Schmetterlinge und wieso gibt es eigentlich Jungs und Mädchen und wieso ist es nicht egal, wer mit wem geht????

 

Und dann kommt in dieser sooooo heiklen Phase so ein scheiß fucking Diabetes um die Ecke und sagt mal einfach so "Hallo hier bin ich und ich bleibe...dein Leben lang. Ob du willst oder nicht...ich bin da...Du kannst mich ignorieren...klar mach...aber ich werde mich rächen...nicht heute...nicht morgen...Haha ÜBERMORGEN!! Und dann aber so richtig!"

 

Alle Anderen holen sich in der Pause leckere Sachen am Kiosk um die Ecke, wie Dickmans-Brötchen, Schokoriegel oder süße Getränke - Tetrapacks und nuckeln mit ihren verführerischen Lippen daran, dass jeder Junge oder auch Mädchen denkt "Oh man lass mich dein Strohhalm sein."

 

Und was machst du? Du holst deine von Mutti mit Liebe geschmierte Wurstbemme aus der klinisch reinen Tupperdose, dazu das geschnippelte Äpfelchen und den selbst gebrühten Pfefferminztee, mit Süßstoff natürlich, versteht sich von selbst. 

 

Am Freitag Abend treffen sich die Freunde leichter als sonst bekleidet, um im Park mit ner Dose Bier, ner Packung Kippen und zehn Tüten Chips das Wochenende cool und lässig einzuleiten. 

 

Du kannst natürlich nicht...weil ausgerechnet heute deine Pumpe um Sieben gewechselt werden muss oder du deinen Insulin - Schuss brauchst oder aber unbedingt was "Vernünftiges" essen musst, damit du nicht unterzuckerst und nichts durcheinander gerät. Ach ja und messen musst du ständig...igitt draußen vor allen Anderen mit echten Blut rumhantieren...wie uncool. Und wenn du mit in den Park darfst, dann bitteschön nur mit Mütze und Schal...natürlich! auch im Sommer...weil man könnte sich ja erkälten...jo und Fieber und das ganze Gedönse mag der Diabetes mal so gaaar nicht. 

 

Und dann ist da ja noch die Sache mit der ersten Liebe...endlich ist da Jemand, der sich für dich interessiert und sein Kreuzchen auf deinem Briefchen bei der Frage "Willst du mir gehen?" bei "ja" setzt. 

 

Hm was machen Mutti und Vati? Richtig alles sofort verbieten...weil miteinander gehen ist beim Diabetiker nicht nur einfach miteinander gehen. Nein der Andere muss wissen, was zu tun ist, wenn du unter- oder überzuckerst und er oder sie darf dich niemals aus den Augen lassen. 

 

Liebe Muttis und Vatis!

 

Ihr Kind hat Diabetes...jo muss man ernst nehmen, überhaupt kein Thema...ABER! Diabetes ist keine Geisteskrankheit und ihr Kind wird immer in der Lage sein, verantwortungsvoll zu handeln und einschätzen können, was es tun kann oder was es besser lassen soll. Das Zauberwort heißt ganz einfach VERTRAUEN. Wenn ihr euer diabetisches Kind einfach mal lassen lasst, wie ihr es bei einem gesunden Kind tut, dann entwickelt es sich gesund gemeinsam mit dem Diabetes und fängt nicht an, dagegen zu kämpfen. Das A und O im Leben eines Teenagers ist, cool sein zu dürfen und so "normal" die Pubertät durchmachen zu dürfen, wie alle Anderen auch. Jede Sonderbehandlung ist mega peinlich und führt zum kompletten Gegenteil. Ihr Kind wird den Diabetes möglicher Weise anfangen zu hassen und was tut man, wenn man hasst? Man wehrt sich oder ignoriert. Beides für einen Diabetiker fatal. 

 

Lieber pubertierender Teenager!

 

Hey es ist voll riesige Grütze, dass du den scheiß fucking Diabetes hast aber ich verspreche dir, auch du kommst relativ "normal" aus der Pupertät. Ich weiß, dass die Meisten nicht wissen, dass wir Diabetiker einfach wesentlich mehr mit Stimmungsschwankungen zu kämpfen haben als Andere, grade wenn man im unteren Bereich der Blutzuckerkurve rumkratzt und oftmals erkennen wir uns selbst nicht mehr. Das ist natürlich grade in der Pubertät, wo man sowieso oft weder Fisch noch Fleisch ist besonders ätzend. Aber ich kann dir sagen, das ist normal und du bist normal. Die Frage ist, wie geht man damit um. Ich habe z.B. mit meinem Lieblingsmenschen einen Pakt geschlossen: Wenn ich mal übers Ziel hinausschieße und wir das Gefühl haben, dass bin nicht ich, dann mess ich meinen Zucker und wenn sich echt herausstellt, dass er zu niedrig ist, dann tun wir so, als hätte es die Siuation nie gegeben. Ich finde das sehr fair aber der Andere muss es natürlich wissen und das erfordert Offenheit. Überlass deine Pupertät einfach auch nicht deinen Eltern oder Anderen und mach ihnen klar, dass du selbstverständlich in der Lage bist, dich zu kümmern. Bitte deine Eltern, gerade wenn sie dich wegen deinem Diabetes etwas überbehüten, dass sie dir vertrauen sollen. Das setzt natürlich voraus, dass du sie für ihr Vertrauen auch belohnst. Heißt was? Wenn du raus gehst und dich mit Freunden triffst, Bier trinkst, Pizza, Pommes...isst...dann miss und spritze auf jeden Fall. Sei in allem, was du tust verantwortungsvoll und mach dir klar...du hast diesen Scheiß aber trotzdem kannst du ein ganz normaler Teenager sein....Und wer dich mag...der achtet mit dir gemeinsam darauf, dass du misst, spritzt...dich kümmerst...alle Anderen vergiss bitte und schieß sie auf den Mond!...Ähm ohne Rückfahrkarte!

 

Ok ok es ist völlig berechtigt, wenn du dich jetzt fragst, wieso du ausgerechnet mir glauben solltest, wo ich doch all das überhaupt nicht gemacht habe. 

 

Genau deswegen sollst du es ja machen...damit du mit 49 nicht auch mit schlimmen Spätfolgen zu kämpfen hast. 

 

Tu es für dich!!!

 

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