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Wozu ein Nothilfe - Katalog?

 

Weil sowohl du lieber Diabetiker aber auch du liebe Mutti, lieber Vati, lieber Freund oder Freundin in Situationen kommen könnt, wo dringend sofortige Hilfe und manchmal auch die sofortige Selbsthilfe benötigt wird. Nicht immer ist es erforderlich, die schnelle medizinische Hilfe zu holen und die Frage ist auch, was macht man, wenn man die nicht erreicht oder diese zu lange braucht?

 

Unterzuckerung

 

Ein Diabetiker wird bewusstlos aufgefunden

 

1. Ruhe bewahren und besonnen agieren! 112 verständigen und als Erstes

    mitteilen, dass es sich um einen bewusslosen Diabetiker handelt. Eine

    stabile Seitenlage verschwendet unnötige Zeit und rettet nicht das

    Leben eines Diabetikers genauso wie das Messen des Blutzuckers! Es

    ist erstmal egal, ob der Diabetiker unter- oder überzuckert bewusstlos

    ist. Eine Überzuckerung wird ihn nicht umbringen aber eine

    Unterzuckerung, wenn man nicht SOFORT handelt! Deshalb sofort mit

     -> 2. loslegen

 

2. Sofort Traubenzucker in die Wangen stecken oder Glukagon spritzen,

    versuchen, den Diabetiker wach zu halten. Stellt ihm Fragen, wie er

    heißt, wo er wohnt, wie alt er ist...Bei Bewusstlosigkeit keine Getränke in

    den Rachen kippen, da er sonst droht sich zu verschlucken und zu

    ersticken. Beim Setzen der Glukagonspritze keine Angst haben, dass ihr

    ihm weh tun könntet. Hier geht es darum, sein Leben zu retten, die

    Spritze wird er gar nicht spüren, mal abgesehen davon, dass er nichts

    mehr gewohnt ist, als die Spritze. 

 

3. Auf gar keinen Fall, Insulin spritzen, denn sollte sich der Diabetiker in

    einem Überzuckerungskoma befinden, kippt er niemals einfach nur um

    sondern entwickelt bereits zuvor eindeutige Symptome über mehrere

    Stunden, wie z.B. Schüttelfrost, Erbrechen, dauerhaftes Durstgefühl,

    vermehrter Harndrang. Ein Überzuckerungskoma überleben die meisten

    Diabetiker ohne Schäden aber eine Unterzuckerung kann sehr schnell

    tötlich oder mit schwerwiegenden Gehirnschäden enden. 

 

4. Wenn alle Erstmaßnahmen getroffen sind, kann der Blutzucker

    gemessen werden, um eventuell nähere Kenntnisse über eine Unter-

    oder Überzuckerung zu erfahren. Sollte das Messgerät "low" anzeigen,

    was bei einer Bewusstlosigkeit durch Unterzuckerung wahrscheinlich

    ist, bedeutet es, dass der Diabetiker bereits einen Blutzuckerwert unter

    40 mg/mol hat, was ein lebensbedrohlicher Zustand ist. Hier wird das

    Gehirn kaum noch mit Sauerstoff versorgt und kann großen bleibenden

    Schaden anrichten. Sollte das Messgerät tatsächlich "high" anzeigen,

    handelt es sich um eine Überzuckerung, der Diabetiker hat dann einen

    Blutzucker weit über 500 mg/mol. Auch hier befindet sich der Diabetiker

    in einem lebensbedrohlichen Zustand. Wenn man sich bei dem

    Diabetiker auskennt und weiß, welches Insulin er z.B. vor dem Essen

    oder bei zu  hohen Werten benutzt, kann man unbesorgt ca. 10

    Insulineinheiten  aufziehen und direkt in den Muskel spritzen, dort wirkt

    das Insulin   schneller und doppelt so stark. Am besten eignet sich

    hierfür die   Oberseite des Unterarms. 

 

5. Wenn der medizinische Notdienst da ist mitteilen, ob z.B. die

     Bewusstlosigkeit durch vermehrten Alkohlkonsum verursacht wurde.

     Denn dann würde die Glukagonspritze bei der Unterzuckerung nicht

     helfen. Hier ist es lebensnotwendig, den Diabetiker mit Zuckerlösung

    direkt über die Vene zu versorgen. Diese Information spart wertvolle

    Zeit!

Überzuckerung

 

Eine Überzuckerung ist ein eher schleichender Prozess und deshalb nicht so lebensgefährlich wie eine Unterzuckerung. Bevor der Diabetiker in ein Überzuckerungskoma fällt, zeigen sich bereits Stunden vorher Symptome, die auf eine Überzuckerung hinweisen. 

 

In der Regel spürt der Diabetiker, wenn er in eine Überzuckerung gerät, die lebensgefährlich ist und zum Koma führen kann. Zu hoher Zucker, welcher noch keine Ketoazedose auslöst, schadet bis zu einem gewissen Maße nicht den aktuellen Gesundheitszustand, jedoch kann er sogenannte Spätschäden verursachen, insbesondere wenn die Werte längere Zeit zu hoch sind.

 

Dennoch weiß auch ich aus Erfahrung, dass es Situationen gibt, wo die Stresshormone Adrenalin, Noradrenalin oder Cortisol vermehrt ausgeschüttet werden und den Blutzucker in rasant schneller Zeit erhöhen können. Manche Symptome zeigen sich dann schneller als geglaubt und manchmal werden sie auch falsch eingeschätzt oder bagatellisiert. Gerade bei Kindern ist man als Elternteil oft überfordert und unsicher, ob man nun den Notdienst anrufen soll oder nicht. 

 

Wenn ihr folgende Symptome bei einem Diabetiker wahrnehmt, sollte als Erstes dringend der Blutzucker gemessen werden

 

- vermehrtes Wasserlassen

- übersteigertes Durstgefühl

- Übelkeit und Erbrechen

- Schläfrigkeit

- Bauchschmerzen

- tiefe Atmung und Erstickungsgefühl

 

Diese Symptome treten meist auf, wenn der Diabetiker durch einen Insulinmangel bereits soweit übersäuert ist, dass er an einer Ketoazedose leidet, welche mit einem Überzuckerungskoma enden kann, wenn man nicht sofort Insulin zuführt. Möglicher Weise ist bei diesen Symptomen der Blutzuckerwert noch messbar, das hängt vor allem davon ab, wie der Diabetiker sonst eingestellt ist. Hat der Diabetiker immer Normalwerte zwischen 100 und 180, können die o.g. Symptome bereits ab Werten von 250 auftreten. Hat der Diabetiker allerdings immer Werte ab 180, dann wird er die o.g. Symptome erst sehr spät spüren und der Blutzuckerwert kann mit dem Messgerät gar nicht mehr  gemessen werden. Dann zeigt das Gerät "high" an und der Blutzuckerwert ist bereits über 500. Dann ist es allerhöchste Eisenbahn zu reagieren. Bei Kindern würde ich in diesem Fall immer empfehlen, den medizinischen Notdienst zu alarmieren. Besonders wenn das Kind vielleicht einen Infekt mit Fieber oder Ähnlichem hat. Bei Jugendlichen oder Erwachsenen kann man diese Situation durchaus selbst in den Griff bekommen, sofern es sich um eine Überzuckerung handelt, die durch Mess- oder eigenen Behandlungsfehler entstanden ist. Sollte der hohe Zucker sich nicht erklären lassen, empfehle ich grundsätzlich, den Notarzt zu alarmieren. 

 

Bei den o.g. Symptomen ist eine Ketoazedose sehr wahrscheinlich, so dass man aber immer auch den Harn kontrollieren sollte. Hierfür gibt es Teststreifen, die man kurz in den Urin hält und die bereits nach ein paar Sekunden anzeigen, ob sich Ketone im Urin befinden. Sollten sich stark erhöhte Ketone im Urin zeigen, empfehle ich grundsätzlich zumindest einen Arzt aufzusuchen. 

 

Erfahrene Diabetiker können aber auch mit diesen Situationen ganz gut umgehen und es alleine schaffen, dass sich der Zuckerhaushalt wieder normalisiert. Wichtig sind in diesen Situationen folgende Maßnahmen

 

- Blutzucker in kurzen Abständen messen

- den Blutzucker erstmal soweit mittels muskulärer Insulininjenktion

  beispielsweise in die Oberseite des Unterarms senken, dass man aus

  dem Zustand der Ketoazedose herauskommt

- Urinzucker messen

- viel Wasser oder ungesüssten Tee trinken

- sich nicht zu viel bewegen, da Sport mit Ketonen den Zucker erhöht und

  nicht senkt

- nur leichte und gut verdauliche Kost ohne Fette und Zucker zu sich

  nehmen

- Aufregung und Stress vermeiden, denn durch Stresshormone reagiert der

  Körper nicht oder sehr verzögert auf Insulin

Krankheiten, Infektionen & seelische Ausnahmezustände

 

In der Regel kann der Diabetiker seinen Diabetes sehr gut im Griff haben und gut damit ohne ganz große Einschränkungen leben. Aber es gibt Situationen, da kannst du als Diabetiker noch so viel messen und entsprechend spritzen, trotzdem spielt der Zucker verrückt und lässt sich einfach nicht in den Griff bekommen. 

 

Bei jugendlichen Diabetikern ist es grundsätzlich schwierig, den Blutzucker so in den Griff zu bekommen, dass er konstant bleibt. Da spielen die Wachstumshormone eine große Rolle aber auch Stress- und Glückshormone. Insulin ist ja im Prinzip auch nichts anderes als ein Hormon und kein anderes Hormon macht so deutlich, was es heißt, wenn es nicht mehr hergestellt wird und sich durch eine Spritze ein leben lang gegeben werden muss. 

 

Wo es ebenfalls schwierig wird, den Diabetes im Zaum zu halten ist, wenn man krank ist. Ich meine Grippe, einen Infekt, sonstige Entzündungen...Wenn du dich gut um deinen Diabetes kümmerst, sollte es zwar nicht passieren, dass der Diabetes komplett entgleist, wenn du krank wirst aber es setzt Erfahrung und ein konsequentes und gezieltes Handeln voraus. 

 

Fieber

 

Fieber ist fast immer mit einem grippalen Infekt verbunden. Während dieser Zeit ist das Immunsystem damit beschäftigt, den Infekt abzuwehren. Hierfür ist erforderlich, dass der Stoffwechsel bis oben hin aufgedreht wird, vor allem wenn Fieber im Spiel ist. Dabei kommt es zu einer erhöhten Ausschüttung des Stresshormons Adrenalin, was dafür bekannt ist, dass es den Blutzucker erhöht. Da, wo die normale Dosis Insulin ausgereicht hat, benötigt der Körper zusätzliche Mengen, um sozusagen das Adrenalin mit zu versorgen. Wieviel mehr Insulin du bei Fieber oder einem Infekt benötigst, ist ganz individuell. Wichtig ist  hier, dass du in kurzen Zeitabständen deinen Blutzucker misst und entsprechend reagierst. Bedenke aber auch, dass du bei einem Infekt und Fieber keinen Appetit hast und eine Unterzuckerung daher unbedingt vermeiden solltest. Am besten hältst du deinen Blutzuckerwert in einem Bereich, wo weder eine Überzuckerung, noch eine Unterzuckerung droht. Ich versuche, in solchen Situationen Werte zwischen 150 und 200 zu halten. 

 

Entzündungen

 

Das Immunsystem von Diabetikern ist allgemein oft geschwächter als bei gesunden Menschen, was natürlich die Anfälligkeit von Infekten und Entzündungen erhöht. 

 

Wenn man seinen Diabetes gut im Griff hat, kann man das Infektionsrisiko aber minimieren, denn gerade erhöhte Blutzuckerwerte begünstigen viele Entzündungen. Dauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte führen zu einer Übersäuerung des Körpers und zerstören den pH-Wert. Wenn der pH Wert nicht mehr im Gleichgewicht ist, passiert es schnell, dass bestimmte bei Diabetes sehr anfällige Organe sich entzünden und diese Entzündungen auch wesentlich schlechter abheilen, weil mit der Anzahl an Jahren mit Diabetes die Wundheilung durch Schädigung kleiner Blutgefäße gestört ist. 

 

Wenn du also häufig Entzündungen an dir beobachtest, könnte das immer ein Zeichen eines schlechten dauerhaften Blutzuckers sein. Hier kann ich natürlich nur empfehlen, sich gut um den Diabetes zu kümmern, um das Risiko von Infektionen und vor allem langwierigen Entzündungen zu minimieren. 

 

Solltest du dennoch oft an Entzündungen leiden, ist auch hier entscheidend, dass du deinen Blutzucker regelmäßig misst und entsprechend das Insulin anpasst. Nur gute Blutzuckerwerte werden es dir ermöglichen, wieder gesund zu werden. 

 

Trauer, Stress & Ärger

 

Wenn du einen der genannten Zustände gerade durchlebst und dich wunderst, weshalb dein Blutzucker kaum in den Griff zu bekommen ist, dann liegt es daran, dass bei all diesen Zuständen Stresshormone ausgeschüttet werden. Gerade Adrenalin und Cortisol sind im Prinzip Gift für den Diabetiker und sollten weitgehend vermieden werden. Hm leicht gesagt, denn wenn man beispielsweise ein geliebtes Wesen verloren hat, ist es kaum möglich, zu lächeln und Glückshormone auszuschütten. 

 

Natürlich darfst und musst du trauern und dann kommt es natürlich zu diesen unliebsamen Hormonausschüttungen, die deinen Stoffwechsel komplett aus dem Gleichgewicht bringen können aber du kannst auch hier entgegenwirken. Miss regelmäßig und pass deinen Insulinbedarf entsprechend an. Du wirst wahrscheinlich in dieser Phase viel mehr Insulin benötigen. Aber sei auch hier vorsichtig, denn möglicher Weise hast du keinen oder wenig Appetit und jede Unterzuckerung wäre daher fatal. 

 

Jede Art von Trauer, Stress oder Arger muss und darf im Leben sein, die Frage ist, wie gehen wir damit um und wie lange vor allen Dingen. Gerade als Diabetiker muss man sich darüber im Klaren sein, dass diese fiesen Hormone auf Dauer Schäden anrichten können. Wenn dein Stoffwechsel über einen langen Zeitraum gestört ist, wird er Spätschäden anrichten. 

 

Deshalb versuche, alle diese Phasen so selten wie möglich zuzulassen und wenn sie unvermeidbar sein sollten, dann versuche immer besonders positiv heranzugehen. Wenn diese Stresshormone da sind, versuche sie durch schöne Aktivitäten mit Glückshormonen zu übertreffen. Lass nicht auf Dauer zu, dass die Stresshormone dein Leben bestimmen sondern versuche dich bewusst für die Glückshormone zu entscheiden. Du wirst sehen, dass man seinen Diabetes am leichtesten und einfachsten im Griff hat, wenn man sich dafür entscheidet, glücklich zu sein. 

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