Es sind nicht unsere Füße, die uns bewegen, sondern unsere Gedanken www.susannewitzig.com
    Es sind nicht     unsere Füße,     die uns bewegen,     sondern unsere Gedanken      www.susannewitzig.com

31.03.2018

Ein sonniges Hallo zum Ostersamstag. Heute sind wir echt früh aus dem Bett gefallen, wobei ich eher sagen würde, dass es ein muss war. Ich mag ja lieber immer schön lange liegen bleiben, dabei Schatzi die Hucke voll schwatzen und mit den Samtpfötchen schmusen. Naja aber bei dem, was wir heute so alles vor hatten, ging das leider nicht. Ich hab mich dann mit den Gedanken getröstet, dass wir ja morgen und übermorgen noch frei haben und somit bis in die Puppen im Nest bleiben können. Es ist jetzt gerade mal 11:58 Uhr und wir waren schon Blümchen und Bäumchen für die Balkons besorgen, in der City Kaffee und die Hochzeitssachen von Schatzi von der Reinigung abholen und mit Klein Lilly beim Tierarzt. Heute wurden die Fäden gezogen und es hat sich leider ein kleines bissel entzündet, so dass sie doch nochmal ne Spritze bekommen hat und so ein Desinfektionsspray, welches wir 2-3 x am Tag auf die Wunde sprühen sollen. Das Mäuschen war wieder so lieb, unglaublich. Ja und nun sind wir nochmal nach Hause gefahren, bevor es gleich zu meiner Mum geht und danach noch einkaufen. Heute Abend spielt dann noch unser BVB gegen Bayern München und ich wünsche mir vom Osterhasen sehnlichst, dass wir den Bayern heute die Lederhos´n ausziehen. Während Schatzi grade den kleinen Balkon sauber macht, vor allem die arme Brunhilde vom vielen Moos befreit, schreibe ich hier den Blog. Ich weiß ja, dass Viele von euch schon warten. Meine Instis haben ja gestern schon einige von den Bildern aus dem Naturschutzpark in Münster gesehen. Dort sind wir bei Sonne und blauem Himmel hingefahren und natürlich haben wir mein neues Baby mitgenommen, um es auf Herz und Nierchen zu prüfen. Und was soll ich sagen, nun hat es mich wirklich in allen Bereichen vollends überzeugt. Ich habe einen wunderschönen Schwan fotografiert, der immer wieder ins Wasser getaucht ist und wenn er hochkam, habe ich versucht, die Wassertröpfchen an seinem langen Hals festzuhalten. Durch die Sonne schimmerten diese an seinem rot leuchtendem Schnabel und zum ersten Mal konnte ich durch das Tele die Augen des Schwans richtig erkennen. Unglaublich diese Augenform und kaum vorstellbar, dass der Schwan damit wirklich guckt. Normaler Weise haben ja alle Tiere auch richtige Pupillen aber der Schwan irgendwie nicht. Bei ihm sehen die Augen wie draufgemalt aus, total irre. Meine Mutti war total irritiert, dass ich bis auf den Schwan, der Ente keine Vogelbilder geschickt habe, da wir doch in aller erster Linie in ein Vogelnaturschutzgebiet gedüst sind. Als ich ihr dann auch noch das Bild von dem Bullen geschickt habe, war es ganz vorbei. Ich versuchte meiner Mutti zu erklären, dass es ja nicht in Stein gemeiselt sei, ausschließlich Vögelchen zu fotografieren, nur weil wir in einen Vogelnaturschutzpark fahren. Hm ich glaub das ging trotzdem nicht in ihren Kopf. Naja Mutti ist ja auch schon 70 und da hat man einfach seine Vorstellungen, glaub ich. Und klar gab es dort auch viele Vögel aber nicht so in der Masse wie bei uns um die Ecke und ich fand dieses gesamte Naturschutzgebiet so toll. Der blaue Himmel und das beigefarbene Schilf überall dazu die glitzernde Sonne, dann die vielen Weidenkätzchen, das hat mich gestern einfach mehr gereizt, zu fotografieren. Schatzi ist mega happy, klar zum einen, weil ich so happy mit meinem neuen Baby bin und zum anderen aber auch, weil jetzt nicht mehr die Sorge besteht, dass ich irgendwelche Mannöver mit dem Rolli mache, um das ein oder andere Bildchen zu knipsen. Ihr erinnert euch, es gab ja schon Situationen, wo ich mit dem Rolli kurz vor dem Abgrund gelandet oder im Schlamm stecken geblieben bin. Das alles gibts jetzt nicht mehr, denn mit dem Baby hab ich ne Weichreite von 600 mm. Ach ja bevor ich es vergesse, dass muss ich euch unbedingt noch erzählen. Gestern morgen sind wieder die kleinen Blaumeisen auf dem Schlafzimmerbalkon rumgeflogen und wir haben doch dort einen Nistkasten für Meisen aufgestellt. Als ich aufgestanden bin, habe ich tatsächlich eine kleine Blaumeise gesehen, wie sie ihr Köpfchen aus dem kleinen Loch steckte und neugierig herausschaute. Ich rief ganz aufgeregt nach Schatzi und kriegte mich kaum wieder ein. Das bedeutet wohl, dass die Meisen tatsächlich ihre Babys bei uns im Nistkasten ausbrüten werden. Schade, dass ich es wahrscheinlich nicht miterleben werde, denn ich fahr ja am 11.04. für drei Wochen zur Reha. Ich hab Schatzi schon jede Menge Aufträge erteilt, von wegen filmen und fotografieren. Ganz unauffällig natürlich und so, dass sie nicht gestört werden. Und deshalb muss Schatzi heute den Schlafzimmerbalkon sauber machen und alles schön bepflanzen. Damit wir die nächste Zeit nicht mehr auf den Balkon müssen und die Meisen nicht gestört werden. Ihr seht, alles ist super organisiert und lääääuuuuft. Aber Schatzi hat da auch mega Spaß dran, er muss euch also nicht leid tun und wenn ich könnte, würde ich es ja auch liebend gerne selbst machen. Wir haben für die Balkons kleine portugisische Dingsdabäumchen geholt, die blühen im Sommer und Winter durchgängig und die unter uns haben auch solche Bäumchen und da setzen sich die Meisen und Rotkehlchen immer nieder, wenn sie von der Fressorgie in unserem Gourmetpalast kommen. Ich bin gespannt, wie es aussehen wird. Brunhilde hat auch neue Haare bekommen, ein weißes Blümchen und ich bin so gespannt, wie sie aussieht. Klar mach ich ein Foto! So jetzt muss ich mal guggen. I´m rolling mit meinem Porsche at the Balkon, um seeing the flowers and trees....

29.03.2018

 

Guten Morgen am Gründonnerstag. Oh Mann oh Mann bin ich grad irgendwie aufgeregt, dabei weiß ich gar nicht warum ich ausgerechnet jetzt so ein aufgeregtes Kribbeln im Bauch habe. Immerhin sind es ja noch 7 Tage, bis ich nächste Woche Donnerstag das erste mal als vermählte Ehefrau aufwachen werde. Es ist alles super vorbereitet und nun muss nur noch der Tag kommen. Die allereinzige Sorge die ich habe, sind meine Haare. Ich werde aber vor der Hochzeit nochmal zu meiner Friseurin gehen und hoffe, dass wir das mit meinen paar Härchen auf dem Kopp irgendwie hinkriegen. Inzwischen fehlen noch ein paar mehr und es hat sich mächtig gelichtet. Aber sie sagte schon, dass ich mir keine Sorgen machen soll, dass sie das schön machen wird. Ja und nach der Hochzeit müssen wir dann wohl doch schauen, was wir machen. Soll ich euch was sagen, ich finde es gar nicht schlimm, dass immer noch kein richtiger Frühling ist. So kann ich nämlich immer ein Beanie tragen und man sieht meine Glatze oben auf dem Kopp nicht so. Wenn es bald richtig warm wird, dann wird es schwierig, das zu verbergen. Klar könnte es sein, dass ich mit Glatze vielleicht gar nicht so schlimm aussehe und ich weiß nicht, ob ich mich über das Kompliment "ein hübsches Gesicht braucht eben viel Platz"  freuen soll. Schatzi meinte, dass es egal ist, ob ich Haare habe oder nicht und dass ich es für mich entscheiden muss, ob ich dann eine Perücke tragen möchte oder aber mein Ganzkörpergesicht zeige. Schatzi liebt mich wie ich bin und das glaube ich auch, weil ich das spüre. Dennoch hänge ich an meinen Haaren irgendwie und Perücke ist nicht das Gleiche. Ok Themawechsel sonst fang ich gleich an zu heulen und das ist ja so ein paar Tage vor der Hochzeit völlig unpassend. Was ich total irre finde ist, wieviel meiner Instis schon aufgeregt sind und sich auf meine Hochzeit freuen. Das ist echt Wahnsinn und ich hoffe ja nicht, dass sie nachher enttäuscht sind, wenn sie auf Bildern sehen, dass ich nicht in einem schneeweißen pompösen Brautkleid in meinem Porsche dahergerollt komme. Wenn ich körperlich nicht so limitiert wäre und vor allem nicht im Rollstuhl zum Altar rollen müsste, hätte ich mich tatsächlich in so einen Traum in weiß gequetscht und den Bauch stundenlang eingezogen und sogar Pumps angezogen. Aber is nu mal nich und es ist auch ok für mich. Dieser Tag wird eh sehr anstrengend für mich werden mit 22 Gästen, da musses vor allem eins sein, bequem und praktisch. Schön werde ich aber bestimmt trotzdem aussehen, denn ich werde vermutlich am Tag der Hochzeit noch glücklicher sein, als ich es eh schon bin. Und wie sagt man ja so schön, Schönheit kommt von innen. Ich freue mich so auf unsere Gäste und finde es toll, dass wir alle zu diesem schönen Anlass zusammenfinden. Denn sind wir mal ehrlich, das nächste Mal, dass alle so zusammen sein werden, wird ohne mich stattfinden und möglicherweise wird´s da auch nicht so lustig sein. Deshalb finde ich diese Vorstellung, mit all diesen lieben Menschen nochmal schön zu feiern, wunderbar und den besten Anlass, den ich mir vorstellen kann. So jetzt muss ich mal meine Aufregung so ein bissel in den Griff bekommen, denn ich muss heute noch arbeiten.  I´m rolling in mein Office, damit I kann working...lallalalalallaaaaallllaaa lets roll......

27.03.2018

Guten Abend

 

Ja heute gibts mal am Abend den Blog, da ich tagsüber sehr beschäftigt war. Ich will nicht behaupten, dass es stressig war aber gemessen an dem, was ich heute alles erlebt, erledigt, gearbeitet habe, könnte man meinen, der Tag heute hatte ausnahmsweise mal 48 Stunden. Und dennoch bin ich gar nicht so erschöpft heute. Das liegt wohl auch daran, dass ich noch völlig von meinem neuen Baby geflashed bin. Natürlich handelt es sich bei meinem neuen Baby nicht um ein menschliches Lebewesen und auch nicht um ein kleines Kätzchen, nein es geht um mein neues Objektiv. Wie ihr auf dem Bild oben sehen könnt, ist es nicht gerade klein dieses Baby. Also von der Größe her ist es eher schon ein Kleinkind. Spaß beiseite, es ist mein neues Tele mit 600mm Brennweite. Also perfekt für meine ornithologischen Hobbyexkursionen, jetzt dürfte mir kaum noch ein Vögelchen entkommen. Muss ich die süßen Zwitscherlis nur noch finden, was mit dem bloßen Auge echt immer ne Herausforderung ist. Ich höre genau, wo das Gepiepe her kommt und dann gugg ich und gugge und gugge aber nüscht zu sehen. Tja da heißt es dann geduldig sein und vor allem Fresse halten, kann ich inzwischen prima aber dann kommt plötzlich aus dem Nichts eine Horde wild gestikulierender und schreiender Menschen. Müssen die immer alle so laut reden und sich aufführen, als wären sie alleine auf dieser Welt. Ich verstehe ja, dass manche ihre Streitereien bei einem Spaziergang ausleben, denn Laufen soll ja das Reden begünstigen, sozusagen den Fluss ins fließen bringen. Aber bitteschön doch nicht ausgerechnet dann, wenn ich auf Tour bin und es sich vor mir gerade ein Vögelchen bequem gemacht hat. Und vor allem nicht im Wald, da will ich außer Vogelgezwitscher und das Rauschen der Bäume nüscht hören. Ok, das wollte ich nur mal gesagt haben. Also wie gesagt, geduldig sein, Rolli aus und stehen bleiben, ohne sich auch nur einen Millimeter zu bewegen, haha bei meiner derzeitigen Bewegungslegastenie nichts leichter als das. Irgendwann kommen sie aus ihrem Versteck, und dann musste schnell sein, natürlich nur mit den Augen und hinterherschielen. Ich sag´s euch, das ist echt anstrengend aber wenn du dann das Vögelchen entdeckt hast und es brav vor dir auf einem Ast sitzt und zwitschert und unbeobachtet in der Weltgeschichte rumguggt, einfach herrlich und mit keinem Geld der Welt zu bezahlen. Heute hat mich Red Piep wieder mega glücklich gemacht, ach ja für alle, die Red Piep nicht von Insta kennen, dass ist mein heiß geliebtes Rotkehlchen. Er saß ewig lange auf einem Ast vor mir und ich konnte ihn in allen Posen fotografieren. Dann hab ich noch einen Kleiber beim Nestbau gefunden und eine Blaumeise, die gerade einen Nistkasten im Wald mit Hölzern füllt. Vermutlich ist seine Liebste schon schwanger und ihr könnt euch sicherlich denken, wo ich die nächsten Tage zu finden sein werde. Nein keine Angst, den Termin am 04.04. beim Standesamt hab ich fest im Griff. Inzwischen bin ich doch ganz schön aufgeregt und kann es kaum noch erwarten. Da ist die Fotografiererei natürlich ne super Ablenkung. Heute morgen waren Schatzi und ich beim Doc. Neeeeee diesmal nicht wegen mir sondern wegen Schatzi. Ich fahre ja in 2 Wochen zur Reha und da ich mir beim letzten Krankenhausbesuch diesen blöden MRSA Keim eingefangen hatte, musste ich letzte Woche einen Abstrich machen lassen. Gesagt getan und leider hab ich dieses scheis Dingsda schon wieder, was ich überhaupt nicht begreife. Ich bin ja wirklich selten draußen und schon gar nicht zwischen Menschenmassen und anfassen tue ich draußen so gut wie überhaupt nichts mehr wegen der Infektionsgefahr. Mein Doc sagt, dass inzwischen wohl jeder dritte in Deutschland damit infiziert ist und es nicht weiß. Naja nun muss ich wieder so ne komische Nasensalbe und Spülungen nehmen. Hoffentlich hilft es, ja und vorsichts halber hat Schatzi heute auch mal einen Abstrich machen lassen. Bringt ja nüscht, wenn ich hier saniert werde und Schatzi hat es und nächste Woche krieg ich es wieder. Ich sag´s euch, Schatzi zum Arzt zu bekommen, ist ne Katastrophe. Ich sag nur Hulk, denn Schatzi ist in meinen Augen der absolute Gesundheits - Hulki, nie krank, kräftig und unglaublich psychisch gesund. Schade, dass es keine Kinder bei uns gibt, also Schatzi wäre die beste Party schon aus rein genetischen Gründen, die man sich vorstellen kann. Aber Halt Stop! Jetzt nicht auf doofe Ideen kommen, denkt nicht mal dran - NO !!! Naja jedenfalls hat Schatzi auch mal Blut abnehmen lassen und nun sind wir auf das Ergebnis gespannt. Anschließend haben Schatzi und ich noch schön gefrühstückt, bevor ich dann wieder meiner Knufferei nachgegangen bin. Es gab ein leckeres Frühstücksei und Schatzi hat Häschenaufkleber drauf gemacht. Ich hab dann gefragt, wo denn die Aufkleber herkommen, da sagt Schatzi "die hab ich bei Kaufhof besorgt." Ey neee das ist so süß und goldig und herzallerliebst, mein Herz hüpft immer noch. Das mit der Reha muss unbedingt klappen, ich brauch dringend diese Verjüngungskur. Wenigstens so ein bissel mehr bewegen will ich mich können. Apropo Bewegung, ich bin ja so glücklich mit meiner Stativkonstruktion am Rolli und der liebe Mensch im Fotoladen hat mir heute gleich alles passend mit dem neuen Objektiv eingerichtet. Ich musste nur noch losfahren und fotografieren. Ach Leute, wenn ihr wüsstet, wie glücklich mich das Fotografieren macht. Ich tauche dann so ab in eine Welt, in der es nur noch die Natur und mich gibt. Dann habe ich keine Schmerzen und keine Ängste, alles ist gut und ich spüre ein so unsagbares Glück und bin froh darüber, das alles erleben zu dürfen. Auf dem Weg nach Hause bin ich dann schon immer ganz gespannt, wie die Fotos wohl geworden sind. Gerade bei schlechtem Wetter und heute war das Wetter echt mega schlecht, ist es immer so ne Wundertüte. Manchmal guggst du auf das Display und denkst "wow Hammer Bild" und wenn du es dann zuhause überspielt hast und in groß siehst, ist die Entäuschung riesig. Aber heute bin ich echt glücklich über viele tolle Fotos von Red Piep & Co und die Investition in das neue Objektiv hat sich voll gelohnt. Gerade bin ich richtig geflashed vom heutigen Tag und ich hab das Gefühl, dass es grad verdammt gut rollt.... 

26.03.2018

Guten Morgen, es ist Montag und es gab einen Temperatursturz von 15 Grad. Sogar Schnee haben sie angesagt. Also das finde ich für diese Jahreszeit und in Anbetracht dessen, dass wir am Sonntag Ostern haben, ziemlich unangemessen. Da hat Frau Holle dieses Jahr aber echt einen verdammt langen Atem. Die wird doch wohl nicht gedopt sein? Gestern sind wir noch bei Sonnenschein und 17 Grad Rad gefahren und heute sitze ich schon wieder dick eingemummelt im Büro. Hach gestern sind wir das erste Mal dieses Jahr Rad gefahren und ich war so glücklich. Morgens dachte ich noch, dass es bestimmt nichts wird, weil ich mich nicht so gut gefühlt habe aber irgendwie dachte ich, dass wir das schöne Wetter ausnutzen müssen und habe mich dann doch aufgerafft. Als ich dann auf dem Rad saß, war es wieder da, dieses grenzenlose Gefühl von Freiheit und Glück. Ich war so froh, dass ich mit Hilfe des Gasgriffs und einem ganz kleinen Gang mein Dreirad in Bewegung bekam und auch von den Armen her, den Lenker ganz gut halten konnte. Meine Befürchtung war, dass die Kraft vielleicht nicht mehr ausreicht. Um so erstaunter war ich, wie gut es geklappt hat. Zwischendurch hat meine rechte Hand zwar mal gekrampft und ich musste die Arme abwechselnd unten hängen lassen, weil es doch zu anstrengend war aber insgesamt hat es super funktioniert. 9 Km sind wir gefahren. Das mag für einen gesunden Menschen ein Witz sein und früher hätte ich auch gedacht, dass man mich veräppeln will, wenn ich mit 9 km Radfahren geprahlt hätte. Aber gestern war das echt ne Riesenleistung für den Anfang und wir hoffen ja, dass wenn wir wieder öfter fahren, dass sich die Muskulatur, die noch vorhanden ist, etwas stärkt und wir längere Touren machen können. Nach dem Radfahren war ich natürlich mega hundegroggi und hab erstmal ein Ründchen schlafen müssen. Meine Muskulatur war doch ziemlich übersäuert und ich konnte vor Erschöpfung kaum meine Kaffeetasse halten. Aber abends ging es dann wieder besser und ich hatte sogar wieder Appettit und habe brav mein Müslischälchen mit Obst und Hanfsamen gemampft. Ich würde nämlich behaupten, dass durch den regelmäßigen Verzehr von Hanf sich die Geschichte vom kotzenden Känguruh erledigt hat. Zumdindest bis heute Nacht, 1.00 Uhr. Da wurde ich plötzlich wach und Schatzi hat es grade  noch so geschaftt, mir den Eimer zu bringen. Oh Mann armes Schatzi, wurde wieder mal nachts aus dem Schlaf gerissen und das Doofe ist ja, dass es immer ein Weilchen dauert, bis sich das kotzende Känguruh wieder beruhigt hat. So habe ich Schatzi wieder mal um mindestens eine Stunde Tiefschlaf gebracht, was mir total leid tut. Um so dankbarer bin ich für diesen Engel, dass er dennoch in diesen Momenten den Eimer hält und mir zärtlich über den Rücken streichelt.  Ich habe dann noch ca. ne halbe Stunde gebraucht, um einzuschlafen. Zum einen dauerte es so lange, bis die Übelkeit halbwegs vorüber war und zum anderen fange ich nach dem Erbrechen immer ganz schlimm an zu frieren. Dann zittere ich am ganzen Körper manchmal so schlimm, dass alles verkrampft und sich richtige Spastiken an den Fingern entwickeln. Das ist so ein ätzendes Gefühl und ich bin mal gespannt, wie lange ich noch brauche, um mich an diese Spastiken zu gewöhnen. Naja aber ihr seht, auch diese Nacht habe ich überlebt und dann doch noch tief schlafend gut überstanden. Ich fühle mich fit und die Woche hat ja auch eh nur 4 Arbeitstage. Das sollte wohl zu machen sein. Und egal, ob unsere Radtour und die damit verbundene Anstrengung die Ursache für die nächtliche Kotzattacke war, ich hab zu Schatzi gesagt, dass wir dennoch nicht aufhören dürfen, die Dinge, die mich so glücklich machen, aufzugeben. Und das nur, weil es vielleicht für meinen Körper zu anstrengend sein könnte. Das nächste Mal schalten wir vielleicht doch noch mal einen Gang zurück aber ansonsten werde ich, wenn immer es geht, Rad fahren oder andere schöne Dinge machen. Wer weiß, wie lange es überhaupt noch möglich ist und was morgen ist, weiß sowieso keiner. Also werde ich jeden Tag schauen, wie es geht und was geht und werde einfach MACHEN.  So i´m rolling jetzt in my Office, denn i muss working.          

24.03.2018

 

Tach, jo ich habs doch noch aus dem Bett geschafft, wo ich die letzten paar Stunden geschlummert habe. Achso es ist grad 16:12 und es fühlte es sich bis vor ein paar Minuten noch so an, als würde ich im Bett festkleben und den restlichen Samstag dort verbringen. Dabei hat der Tag echt munter und lustig begonnen. Lustig aber eher im Sinne von scheiße lustig. Da ist endlich Wochenende, wo ich mich morgens im Bett mal schön um meine lieben Instis kümmern könnte. Achso für alle, die nicht über Instagram irgendwann auf meiner Webseite gelandet sind, Instis nenne ich liebevoll meine Instagramer. Und dann will ich um sechs ins Internet und was is los? Nix geht. Das DSL funktionierte mal wieder nicht. Gut dachte ich, halb so wild, hast ja noch Internet über Handy und seit gestern sogar mit einer "Freikarte" für Instagram. Pustekuchen, außer Spesen nix gewesen, funktionierte nicht. Na prima, das ging ja gut los mit dem neuen Handyvertrag. Nicht dass ich mich gestern schon darüber aufgeregt hatte, dass ich telefonisch nicht zu erreichen war. Jeder, der mich anrief, wurde sofort an die Mailbox weitergeleitet. Verdammte Entengrütze dachte ich so. Ich dann im Shop angerufen und gesagt, dass mein Telefon nicht funktioniert. Am anderen Ende hatte ich die personifizierte Schlaftablette dran und ich schilderte mein Problem. Und ich war geduldig, man war ich geduldig, gestern hätte ich eigentlich echt eine Auszeichnung als geduldigstes Wesen bekommen müssen. Alles was ich ihr erzählte, bekam ich als Fragestellung eine Minute später zurück, wobei für jedes gesprochene Wort gefühlt eine Minute verging. Es tut mir echt leid aber in solchen Momenten geht dann doch irgendwo in meinem Innersten so ne Schublade auf und zack bum bäng landet mein Gegenüber da drin. Sie musste leider in die Schublade "Ich bin jung und brauche das Geld. Ich habe keine Ahnung von nichts und kann euch überhaupt nicht helfen aber nun bin ich da, was kann ich für dich tun." Ihre Vorschläge haben mir leider mal auch so gar nicht geholfen, denn da kamen Tips wie, "mach das Handy mal aus und wieder an." Darüber, dass sie mich in dem Telefonat geduzt hat, hab ich mich zwar gewundert aber dachte mir, dass ich mal lieber nichts sage. Meine Befürchtung war, dass sie gar nicht begreift, von was ich rede und vielleicht ernsthaft die Frage kam "Ähm wie meinst´n das jetzt?". Zuvor hatte ich ihr übrigens erzählt, dass ich das Handy bereits 4-5 mal aus- und wieder angeschalten hatte. Nach über 10 Minuten meinte sie dann, dass wohl die Sim-Karte defekt ist und ich in den Laden gehen müsste, um sie auszutauschen. Tja was soll ich dazu sagen, ich lebe halt in der Service-Wüste Deutschland. Sie haben ein Problem, kein Problem, rufen sie unsere Hotline an, da werden sie geholfen. Hinterher dachte ich so, dass das echt nicht wahr sein kann. Dass wir einen Fachkräftemangel in Deutschland haben, dürften ja inzwischen die Meisten begriffen haben. Aber ganz ehrlich, dass es so schlimm ist, dass in den Callcentern jetzt schon Menschen sitzen müssen, die mal so überhaupt nicht für kommunikative Tätigkeiten geboren sind, finde ich richtig schlimm. Wer stellt solche Menschen ein? Gibt es noch so etwas wie Vorstellungsgespräche, wo man vielleicht den ein oder anderen Hinweis erhalten könnte, dass der Job einer Callassistentin nix für diejenige ist. Das ist so, als würde ich mich morgen als Tester für den neuesten Marathon - Turnschuh anfangen, zu arbeiten. Dann würde ich den Schuh anziehen, 100 Runden um den Block in meinem Rolli fahren und wenn ich dann gefragt werde "Na wie finden sie den Schuh?" würde ich sagen "Prima ist der Schuh, sieht klasse aus, schön bunt und drückt auch nicht, wenn ich damit rumfahre." Falls dann noch jemand auf die Idee kommen sollte, mich zu fragen, wie sich der Schuh denn so anfühlt, also beim Laufen und so, könnte ich einfach behaupten "dass von einem Test über die Funktionalität ja nie die Rede gewesen sei und wo in meinem Vertrag bitteschön steht, dass es von Bedeutung ist,  dass der Schuh auf Herz und Nieren von mir geprüft werden soll. Also bitte ja, da könnte ja jeder kommen. Egal, da müssen wir uns wohl dran gewöhnen zukünftig und aufregen bringt ja auch nix. Davon geht mein Telefon auch nicht wieder. Nach dem Telefonat dachte ich, ok selbst ist mal wieder die Frau und machte mich daran, das Problem selbst zu lösen. Plötzlich ging in irgendeinem Kämmerchen in meinem Oberstübchen ein Lichtlein an. Ein kleines Männeken sagte mir, dass ich die "Mondfunktion", also die "Nicht-Stören-Funktion" ausschalten müsse, die ich am Abend zuvor eingeschaltet habe, damit Schatzi nachts nicht vom ständigen Piepsen aus dem Bett fiel. Ha, gesagt getan und völlig aufgeregt rief ich mich vom Festnetz aus an und hey Leute, mein Handy klingelte, laut und deutlich. Oh Mann hab ich mich gefreut, dass mein Handy klingelte. Eigentlich könnte ich sofort im Callcenter des Mobilfunkanbieters anfangen finde ich. Zurück zum eigentlichen Thema. Gestern Abend hatte ich endlich mal wieder nach 5 Tagen ein Bildchen gepostet und es gab jede Menge liebe und tolle Kommentare. Ja und die wollte ich dann heute morgen schön beantworten und mir auch  in aller Ruhe die neuen Beiträge meiner Instis ansehen und das ein oder Andere kommentieren. Aber wie gesagt, das Internet funktionierte nicht. Das ganze Wochenende war jetzt schon für mich gelaufen, obwohl es gerade erst angefangen hatte und zu dem Zeitpunkt gar nicht klar war, ob sich das Problem vielleicht innerhalb der nächsten Minuten noch lösen ließ. In meinen Augen natürlich nicht, denn ich sah bereits rot und alles war zu spät. Der Kaffee schmeckte scheiße, der Himmel war grau und überhaupt bestand mein ganzes Leben und Umfeld nur aus Dilettantismus und unlösbaren Problemen. Aber ich war immerhin nicht ganz so dramatisch wie meine Schwester. Die pflegte in solchen Momenten die Kaffeetasse samt Inhalt durch die Botanik zu werfen. Nee da hab ich mich dann doch noch im Griff. Ich wetter dann nur rum und rege mich fürchterlich auf. Schatzi schaltet dann auf Durchzug und versucht mir immer klar zu machen, wie unnötig es ist, sich so aufzuregen und das es doch sinnvoll ist, das Problem zu klären. So wartete ich darauf, dass der bekloppte doofe Laden aufmachte und endlich mein Problem geklärt werden konnte. Ich hatte mich auch relativ schnell wieder entspannt, Schatzi sollte ja bloß nicht auf die Idee kommen, ich könnte internetsüchtig sein. Nein bin ich auch nicht, ich schwör´s aber wenn ich dann schon mal frei habe und in aller Gemütlichkeit mich meinen Instis widmen kann, dann bitteschön muss es aber auch funktionieren. Im Laden angekommen schilderte ich mein Problem und der nette Herr hatte auch ziemlich schnell die  Ursache, brauchte allerdings auch über eine halbe Stunde, um es zu lösen. Da hatte sich mein vorheriger Handyanbieter doch tatsächlich wie eine Zecke in mein System einfach hineingefressen und als Nichthandyverkäufer haste da keine Chance, das zu finden und zu löschen. Er hat es aber hingekriegt und jetzt funktioniert alles einwandfrei. Danach sind wir nach Hause gefahren, haben Klein Lilly eingepackt und sind zur tierärztlichen Nachuntersuchung wegen der OP. Die Ärztin war sehr zufrieden und es scheint alles schön zu heilen. Lilly war sehr entspannt und hat es sich richtig gemütlich in der Tragebox gemacht. Dann sind wir nach Hause und ich hab mich völlig groggi hingelegt und geschlafen. Jetzt esse ich grade was und Schatzi hofft, dass wir gleich doch nochmal ein Stündchen raus können in die Natur. Ich bin ganz guter Dinge, denn der Frühling hat endlich Einzug gehalten und die Vögelchen zwitschern. 

23.03.2018

Guten Morgen

 

Heute ist Freitag, nein nicht der 13. sondern der 23. und es ist der Tag nach Lilly´s OP. Die Nacht war ziemlich anstrengend für uns alle. Lilly torkelte mehr oder weniger durchs Bett und versuchte, sich irgendwie ein bequemes Schlafplätzchen zu suchen, was anhand der Halskrause, die sie nun ca. eine Woche tragen muss, nicht ganz so einfach war. Die anderen drei Samtpfötchen waren ebenfalls sehr unruhig und haben zwischendurch auch schon mal gefaucht. Vermutlich mögen sie den Geruch von der Tierklinik überhaupt nicht. Denn ich glaube, dass sie alle sehr glücklich waren, als wir abends mit Lilly nach Hause gekommen sind. Murphy habe ich tagsüber nicht ruhig bekommen. Er ist die ganze Zeit durch das Büro getigert und hat miaut. Damit hat er es mir natürlich auch nicht gerade einfach gemacht, denn meine Anspannung war auch riesengroß. Klar ist so eine Sterilisation nichts Wildes aber es kann dennoch immer was passieren. Als fünf vor um eins die Tierklinik anrief und mitteilte, dass die OP gut verlaufen sei und Lilly schon ein klein wenig blinzelt, sind mir Zentner von Steinen vom Herz gefallen. Nach der Arbeit habe ich mich sofort los gemacht und bin zur Tierklinik gefahren. Ich wollte unbedingt, dass ich da bin, wenn Lilly aufwacht. Als ich mit der Katzenbox auf dem Schoß im Wartezimmer saß und sie so beobachtete, wie sie immer mal blinzelte und dann irgendwann ihre Äuglein öffnete, habe ich eine ganz tiefe Liebe zu ihr gespürt. Sie ist sogar kurz aufgestanden und zu mir gekommen und hat mich mit ihrem Näschen ganz zärtlich angestubst. Da sind mir vor Rührung die Tränen in die Augen geschossen und ich wusste, dass es genau richtig und wichtig war, in dem Moment bei ihr zu sein. Wir haben dann bis um sechs gewartet, bis wir von Schatzi abeholt wurden. Zwischendurch fragte mich die eine Schwester, ob ich vielleicht ein Wasser oder einen Kaffee möchte. Ich habe dann einen Kaffee genommen, denn ich war ehrlich gesagt, total groggi und müde. Immerhin hatte ich ja auch schon den ganzen Tag gearbeitet. Aber so ko ich auch war, ich war glücklich, dass alles so super gelaufen ist. Zuhause angekommen ist Lilly sofort aus der Box gekrabbelt und hat versucht, durch die Wohnung zu laufen. Dabei ist sie immer mächtig zur Seite gekippt. Wir haben ihr dann erstmal die Halskrause angelegt, was sie natürlich ziemlich ätzend fand. Aber das muss leider sein, damit sie sich nicht die Wunde ableckt und sich was entzündet. Gefressen hat sie gestern nicht aber das finde ich nicht weiter schlimm, denn ihre Ärztin meinte, dass sie ein klein wenig zu pummelig sei. Jetzt hat sie grade ein wenig Katzenmilch getrunken und heute morgen im Bett war direkt großer Schmusealarm. Also alles beim Alten und in einer Woche werden die ganzen Strapazen sowohl für Klein Lilly als auch für uns vergessen sein.                  

21.03.2018

 

Guten Morgen

 

Einen guten Morgen wünsche ich euch wirklich allen von ganzem Herzen. Meiner ist leider nicht so gut. Mich plagen seit gestern wieder extreme Ängste und immer wieder und immer mehr kreisen viele Gedanken um ein bestimmtes Thema. Es ist ein Thema, welches in unserer Gesellschaft sehr taburisiert ist. Dabei finde ich es ein sehr wichtiges Thema, gerade wenn man eine Krankheit hat, wo man den eigenen körperlichen Verfall täglich mitbekommt und machtlos ist. Der Kopf arbeitet 500 %-ig und der Geist ist hellwach aber der Körper macht was er will. Es ist das Thema Freitod. Da ich weiß, was ungefähr auf mich zukommen wird, mache ich mir sehr viele Gedanken, wenn es darum geht wieviel und bis zu welchem Punkt ich das alles noch mitmachen möchte. Bis zu welchem Punkt halte ich mein Leben für lebenswert und was bin ich bereit, zu ertragen? In diesem Zusammenhang sind für mich Fragen wichtig, wie z.B. Was macht mich wirklich glücklich, was brauche ich, um das Leid, was es einfach auch mit sich bringt, Humor mal hin oder her, zu ertragen. Bis zu welchem Punkt bin ich bereit, zu sagen, ok ich gebe nicht auf. Auf all diese Fragen weiß ich momentan die Antwort, dass Kommunikation für mich sehr sehr wichtig ist. Solange ich mich austauschen kann und sei es nur über das Internet in schriftlicher Form und nicht über Gespräche, kann ich alles irgendwie ertragen. Meine Befürchtung ist aber leider, dass ich so enden werde wie die Meisten mit dieser Krankheit, dass ich irgendwann vielleicht nicht mehr in der Lage sein werde, mit meiner Außenwelt zu kommunizieren. Die Vorstellung, irgendwann nur noch über Augenzwinkern oder Augenrollen einen PC zu bedienen, finde ich furchtbar. Mal abgesehen davon ist ja auch die Frage, wer das bezahlen soll. Ich habe Steven Hawking immer bewundert, wie er seine Krankheit gemeistert hat bis zum Schluss aber machen wir uns mal nichts vor. Dieser Mann war Multimillionär und konnte sich alles leisten, um sich mit entsprechenden Hilfsmitteln auszustatten. Und wenn der einen schlechten Tag hatte und doch mal ausgeflippt ist, sofern man das in seinem Zustand noch konnte, dann brauchte er sich keine Gedanken machen, dass die Angestellten, Pfleger...ihm den Laufpass oder besser gesagt den Rollpass geben. In diesem Zusammenhang erinnere ich mich gerade wieder daran, dass ich 18 Monate um einen ordentlichen Rollstuhl kämpfen musste. Und ein Rollstuhl hat ja nichts mit Luxus zu tun. Die Krankenkasse ist ja noch nicht mal bereit, mir ein fahrbares Hilfsmittel zur Vefügung zu stellen, dass ich auch mal woanders als nur ums Häuschen fahren kann. Aber das ist gar nicht so mein Thema, denn selbst wenn ich das Geld für so ein hypermodernes Kommunikationsgerät hätte, die Frage, ob ich das alles möchte, bleibt. Momentan habe ich viele Tiefen und ich wünsche mir so sehr mein altes Leben zurück. Klar weiß ich, dass das nicht geht und ich weiß auch, dass ich nicht an Vergangenes denken soll sondern an das hier und jetzt. Tue ich ja auch, meistens jedenfalls aber das funktioniert eben nicht immer. Spätestens, wenn du unten stehst und mit deinem Rolli raus willst, aber die Zwischenüre nicht aufkriegst, weil die wieder mal zu ist, damit es nicht 3 Grad kälter im Flur, krieg ich zu viel. Am schlimmsten ist für mich, dass ich meinen körperlichen Verfall so sehr mitbekomme und täglich merke, dass wieder etwas nicht mehr funktioniert. Dinge, die ich vor 2 Wochen noch selbständig konnte, sind plötzlich nicht  mehr möglich. Dann denke ich immer, hey das kann doch nicht sein und das tut sehr weh und immer noch klammere ich mich jeden Tag an die Hoffnung, dass ich vielleicht bei der Reha in 3 Wochen doch noch einige Körperfunktionen reaktivieren kann. Ich bin auch bereit, noch härter an mir zu arbeiten und alles mitzumachen. Hinzu kommen meine Auf und Ab´s, unter denen ich selbst echt leide und wohl auch irgendwann meine Liebsten zur Verzweiflung bringe.  Einen Tag geht es mir prima und ich denke ganz positiv und freue mich über alles und dann gibt es aber wieder Tage, da ist alles komplett scheiße und ich bin völlig überfordert. Einfach nur überfordert davon, überhaupt am Leben zu sein. Die Einzigen, die mich verstehen, sind wohl meine Samtpfötchen. Sie legen sich immer zu mir, auch wenn ich gerade wieder mal ungerecht zu mir oder zu Anderen war. Sie schnurren immer und zeigen mir, wie sehr sie mich lieben. Keine Diskussionen, keine Erklärungen, warum ich mich gerade wie verhalten habe. Ihnen gegenüber habe ich auch kein schlechtes Gewissen, Es braucht auch keine Kommunikation, es reicht, dass ich da bin und dass sie neben oder auf mir liegen können und alle sind zufrieden. Dann bin ich glücklich und denke, ok du hast immer noch deine Kätzchen, wenn dich alle verlassen sollten. Zurück zum Thema Freitod. Ich habe mich inzwischen mal informiert und habe erfahren, dass es in der Schweiz einen Verein gibt. Er nennt sich "Dignitas" und dieser Verein gibt Menschen die Gelegenheit, die z.B. aus Krankheitsgründen nicht mehr am Leben bleiben möchten, den Zeitpunkt selbst zu bestimmen, wann sie gehen. Diese Möglichkeit finde ich gut und menschenwürdig. Ich finde, dass jeder Mensch selbst die Entscheidung treffen müssen darf, wann er gehen möchte. Für mich ist es beruhigend, zu wissen, dass es überhaupt eine Möglichkeit gibt, selbst entscheiden zu können, wann ich gehen möchte. Ob ich sie irgendwann in Anspruch nehmen werde, weiß ich ja gar nicht aber zumindest weiß ich, dass es die Möglichkeit gibt. Mal abgesehen davon kostet der Freitod über diesen Verein EUR 5.900,00. Ich müsste bereits heute anfangen zu sparen, um mir sozusagen den Tod überhaupt leisten zu können. Und sind wir mal ehrlich, du kannst ja auch niemanden fragen "sag mal, haste mal EUR 5.900,00, ich möchte nicht  mehr leben und brauch das Geld, um mir den Tod zu kaufen." Also ich kann mir nicht vorstellen, ein Spendenkonto einzurichten und zu werben. Was soll´n in der Werbung stehen? "Hey Leute habt ihr Lust, etwas Gutes zu tun? Dann spendet für meinen Tod!" Das ist schon echt alles makaber. Naja momentan reicht mir ja auch das Wissen, das es so etwas gibt. Momentan bin ich ja doch noch weit weg von der totalen Bewegungsunfähigkeit und wer weiß. Früher hätte ich auch gesagt, wenn ich mal im Rollstuhl landen sollte, will ich nicht mehr leben. Und nun??? Man hey da gibts aber wirklich schlimmere Sachen und ein Grund zum sterben wollen ist das nun weiß Gott nicht.  

 

So nun aber genug von diesem schweren Thema. Jetzt gehts erstmal weiter und in 2 Wochen bin ich fast verheiratet und darauf freue ich mich und alles Andere...lets rolling on...

19.03.2018

Einen wunderschönen guten Montag Morgen, Woche 2 nach dem Urlaub. Obwohl Klein Lilly heute Nacht gegen 2:00 wieder den totalen Schmusealarm ausgelöst hatte, habe ich ca. 8h wunderbar geschlafen und fühle mich grade fit wie ein - naja sagen wir mal nicht Turnschuh aber zumindest fit wie ein Halbschuh -. Die Sonne geht gerade auf und es gab einen herrlich orangefarbenen Sonnenaufgang bei minus 4 Grad. Nur gut, dass ich jetzt nicht raus muss, Schatzi hat grad schon geschrieben, dass es eisig kalt ist. Dann hoffe ich mal, dass heute die Sonne scheint und die Luft noch etwas erwärmt, denn heute Nachmittag muss ich zum Doc. 

 

Wie Ihr anhand der Bildchen sehen könnt, war mein Wochenende wieder sehr schön und Schatzi hat sich wieder viele schöne Dinge für mein Herz einfallen lassen. Samstag waren wir ja einkaufen und ich habe mir einen selbst gebackenen Kuchen gewünscht. So sind wir also in die Backwarenabteilung, um die entsprechenden Zutaten zu holen. Womit ich nicht gerechnet hatte, dass ich Schatzi dort so schnell nicht wieder wegbekomme und wir anschließend sämtliche Kuchen - Deko aus Marzipan, Zuckerzeugs...im Einkaufswagen hatten. Hach es gibt aber auch so viele schöne herzallerliebste Sachen und irgendwie freute ich mich auch auf unsere Kuchen-back-Aktion, besonders auf das Verzieren mit den Mutschekiepchen und Schäfchen. 

 

Zum Mittagessen bekam ich die gewünschten Eierkuchen mit Augen und einem Mund verziert aus Schokolade. Hach mein Schatz ist schon toll und macht immer alles mit so viel Liebe. Am Nachmittag kam eine gute Freundin zum Spielenachmittag und eigentlich wollten wir wieder Escape - Room spielen aber leider war ich dann doch zu erschöpft und so spielten wir "nur" die Siedler von Catan. Das ist irgendwie unser Lieblingsspiel und ich finde, bei diesem Spiel zeigt sich auch, was Freundschaften wirklich taugen. Vor allem wenn wir dieses Spiel mit 4, 5 oder mehr Freunden spielen. Da ist es praktisch schon vorprogrammiert, dass irgendwer die Strategie des Anderen von vornherein völlig zunichte macht und ich denke dann immer, wenn das jetzt nicht meine Freunde wären und ich wüsste, dass sie mir grundsätzlich nichts böses wollen, wäre das die totale Kriegserklärung. Aber dann versuche ich mich immer darauf zu besinnen, dass es nur ein Spiel ist und ja auch schließlich jeder gerne gewinnen möchte. Und Glück gehört ja auch immer noch dazu und da es ja ein Spiel mit Würfeln ist, erst Recht. 

 

Abends sind wir dann noch zum Volleyballspiel unserer Damenmannschaft gegangen. Mann oh mann war das ein Sturm draußen und eisig kalt. Als wir durch den Park sind, bogen sich richtig die Bäume und der Wind rauschte heftig durch den Park. Ich fand das ziemlich gruselig, zumal es auch schon dunkel war. Unsere Mädels haben gegen die Tabellenzweiten gewonnen und die Stimmung war wieder mega. Auf dem Rückweg war es aber noch kälter und ich hatte zeitweise das Gefühl, ich erfriere gleich. Jetzt bloß keine laufende Nase bekommen hieß es da, denn sonst hätte ich womöglich Zapfen an der Nase hängen gehabt. 

 

Gestern Morgen war dann wieder ewiger Kuschelalarm mit den 4 Samtpfötchen im Bett und es hat bis 11:30 Uhr gedauert, bis wir dann doch mal aufgestanden sind. Schließlich wartete Fußball und die Kuchen-back-Aktion auf uns. Fußball war dann aber leider nicht, weil wir kurz vorher festgestellt haben, dass das Spiel nur von Eurosport HD übertragen wurde. Dafür besitzen wir aber nun nicht auch noch ein Abo. Reicht, dass wir monatlich so viel Geld für Sky Sport ausgeben. Seit dieser Saison kann man viele Spiele nicht mehr über Sky empfangen sondern nur über Eurosport. Das kostet dann nochmal EUR 6,99 monatlich. Plus EUR 21,99 für Sky macht das schon EUR 28,98 NUR für Fußball. Das finde ich ehrlich gesamt ne ziemliche Unverschämtheit. Naja so haben wir dann den Live Ticker über Handy verfolgt. Ausgerechnet gestern, wo unsere Jungs mal gut gespielt haben, konnten wir nicht schauen. Naja aber wenigstens gewonnen und vielleicht geht es endlich wieder bergauf. 

 

Nachmittags haben wir dann unseren Schokoladen - Glückskäfer - Schäfchen - Kuchen gebacken und ich habe so gut es ging, mitgeholfen. Besonders das Verzieren hat mir riesigen Spaß gemacht. Der Kuchen ist super gelungen aber wir haben ihn immer noch nicht angeschnitten. Irgendwie bringe ich es nicht übers Herz, die Mutschekiepchen und Schäfchen zu zerschneiden. Vielleicht rette ich die süßen Sachen einfach vorher, mal schauen. 

 

So nun hat die neue Woche wieder begonnen und die Arbeit ruft wie immer. 3 Samtpfötchen warten tatsächlich schon im Büro und haben ihre Arbeitsplätze in Form von Kuschelkörbchen eingenommen. 

 

Schaun wir mal, ob´s heute rollt.....

17.03.2018

 

Einen wunderschönen Samstag Morgen aus dem Sportparadies Katzenhausen. Lilly hat grade ihre 5  Minuten und rast in einem Affenzahn durch die Wohnung, über´s Bett, auf den Kratzbaum und wieder zurück und das bereits gefühlte fünfzig mal. Wir liegen noch faul im Bett, sind aber schon seit 5:00 Uhr wach und haben bereits zwei Käffchen geschlürft. Schatzi hat sogar schon was gegessen und erträgt nun seit 4 1/2 Stunden brav meinen Laberflash. Naja gut nicht durchgängig, ab und zu schaue ich auch stillschweigend an die Decke und denke über Dies und Jenes nach. Aber ich finde es immer toll, wenn wir am Wochenende so entspannt lange im Bett liegen bleiben und über alles reden, was so war und uns bewegt. Heute haben wir mal wieder festgestellt, dass wir in 3 Wochen schon 3 Tage verheiratet sind und wie sehr ich mich darauf freue. Ich habe Schatzi dann noch mal klar gemacht, dass es dann vorbei ist mit Geschichten vom Flixbus. Der Flixbus kam nämlich bei unserem Schwedenurlaub letzten Sommer ins Spiel. Ich war mal wieder unleidlich und konnte weder mich, geschweige denn irgendjemanden Anders leiden, noch nicht mal das Gänseblümchen oder den Marienkäfer, nix...alles war ausnahmslos scheiße und unpassend und Schatzi war natürlich an Allem Schuld. Wer sonst? Naja jedenfalls hab ich es dann irgendwann so auf die Spitze getrieben, dass Schatzi gar nichts mehr sagte und wir schweigend durch die schwedische Prärie fuhren. Meist kriege ich mich ja nach ein paar Stunden wieder ein und dann möchte ich aber auch, dass alles wieder normal läuft. Aber Schatzi denkt ja gar nicht daran und schweigt erstmal weiter wie die Axt im Walde. Das ist dann so ein Moment, wo ich durchdrehen könnte und auch schon mal rot sehe. Wir fuhren also so durch die Gegend und plötzlich sah ich einen Flixbus. Das war die Idee, wenn Schatzi jetzt nicht  mehr mit mir redet, fahre ich mit dem Flixbus nach Hause. Ich schaute sofort auf der Flixbus-Seite im Internet nach, um herauszubekommen, von wo nach wo der Bus denn so hinfährt. Und da stand tatsächlich, dass der Bus von Malmö bis Essen fährt. Ich dachte, ich werd nicht mehr, also mit Allem hatte ich ja gerechnet aber nicht damit, dass ich so schnell und nur mit 1x umsteigen wieder nach Hause kommen würde. Ok schnell ist etwas übetrieben, ich wäre schon ne Weile unterwegs gewesen aber das war völlig wurscht. Provokativ fragte ich Schatzi, ob er wüsste, ob der Flixbus auch Rollis transportiert. Ich weiß gar nicht mehr so genau, was Schatzi antwortete aber es entbrannte eine hitzige Diskussion, welche mit den Worten endete "na dann fahr doch mit dem Flixbus nach Hause!" Na prima, jetzt sollte ich allen Ernstes wirklich mit dem Flixbus nach Hause fahren? Das konnte doch nicht Schatzis Ernst sein, doch war es, denn Schatzi hatte die Nase gestrichen voll und verstand überhaupt nicht, was los war mit mir. Ja, da fiel mir erstmal auf, dass ich es selbst nicht wusste, was eigentlich mein Problem war. Hey wir waren in Schweden und alles was wir bisher gesehen und erlebt haben, war so einmalig und fantastisch und ich kam von einer Sekunde auf die Nächste nicht mehr klar mit mir und der Welt. Im Hotel lagen wir dann schweigend eine ganze Weile nebeneinander und mir war klar, dass ich mich wohl entschuldigen musste für mein Verhalten. Ich hab dann Schatzi mit herzzereißendem Dackelblick angeschaut und ganz kleinlaut gefragt, ob ich denn den nächsten Morgen wirklich den Flixbus nach Hause nehmen müsse oder ob wir´s nochmal versuchen und dass, wenn ich schon mit dem Bus nach Hause fahren muss, er mich wenigstens zur Bushaltestelle bringt. Vielleicht war es mein unwiderstehlicher Dackelblick oder  einfach auch Schatzis überdurchschnittlich entwickeltes Sozialverhalten, jedenfalls - ich durfte bleiben -. Oh Man war ich glücklich und ich nahm mir vor, mich zusammenzureißen. Diese sekündlich anbahnenden Attacken zwischen weder Fisch, noch Fleisch sein überfielen mich in den 3 Wochen in Schweden mehrmals täglich aber ich hab es insgesamt recht gut hinbekommen, das mit mir selbst auszumachen und nicht an Schatzi auszulassen. Heute, ein halbes Jahr später weiß ich, dass ich ganz einfach überfordert war. Ich habe meinem Körper etwas zugemutet, wozu er längst nicht mehr in der Lage war. Nämlich den halben Tag im Auto sitzen, zwischendurch immer wieder raus aus dem Auto und in die Natur, öfters doch auch laufen durch Wald und Flur, das Fotografieren...das alles konnte mein Körper überhaupt nicht mehr händeln. Ich habe aber alle Signale überhört und ignoriert, weil ich nichts verpassen wollte und ich wollte, dass auch dieser Urlaub wird wie immer. Erlebnisreich und abenteuerlich. Endlich hatten wir uns diesen Traumurlaub von Schweden erfüllt und nun sollten wir durch das Land fahren, ohne wirklich etwas davon zu sehen oder zu erleben. Und erleben heißt für mich, die Natur fühlen aber bitteschön nicht aus dem Auto heraus. Ich will dann raus, das Gras spüren, die Bäume umarmen, wie ein Wunderblümchen um die Pilze hüpfen...Ich habe es alles gesehen und erlebt...aber um welchen Preis? Auf der einen Seite war es so traumhaft schön, diese hunderte von Fliegenpilze zu bestaunen oder die vielen Rehe, diese traumhaften Landschaften...zu sehen aber oft war die Erschöpfung bereits so groß, dass ich Vieles nicht wirklich genießen konnte, weil ich nicht 100 %-ig bei mir war. Aber dennoch war es das Alles wert und ich bereue es nicht, dass ich meinen Körper so geschunden habe. Ich würde es aus heutiger Sicht sogar wieder tun. Aber was ich nicht mehr tun werde, ist, zukünftig Reisen zu planen, die meinen Körper überfordern. Eigentlich wollten wir dieses Jahr eine Rundreise durch Norwegen machen. Das haben wir gestrichen, da wir beide wissen, dass es zu viel und zu anstrengend ist für mich. So schade das ist, denn wir wollten immer mal nach Norwegen aber da siegt dann doch unsere Vernunft. So fliegen wir im Sommer 2 Wochen nach Menorca in die Sonne. Dort werden wir uns ein Auto mieten und die Insel etwas erkunden. Aber alles schön easy und wie schon in den Dolomiten, werden wir ganz genau in meinen Körper hineinfühlen, was möglich ist und was nicht. Das haben wir super hinbekommen und so war der Urlaub auch wirklich eine Erholung und Entspannung und vor allem harmonisch. 

 

So was gibt´s heute noch Schönes? Unsere Volleyballfrauen spielen heute Abend wieder und wir gehen natürlich mit einer Freundin wieder zum Live - Event. Da freue ich mich drauf. Ansonsten wird gecoucht mit den Samtpfötchen auf dem Sofa. Ach ja, jetzt müssen wir erstmal noch einkaufen...Let´s rolling in the supermarkt..

16.03.2018

 

Einen schönen guten Freitag Morgen. Gott sei Dank ist heute Freitag. Die letzten zwei Nächte habe ich zwar wunderbar geschlafen und vor allem durchgeschlafen, dennoch bin ich ziemlich fertig und fast am Ende. Naja ok ganz so schlimm ist es nicht aber zwischenzeitlich habe ich immer wieder Punkte, da geht nix mehr. So wie gestern, da hab ich bis halb zwölf super durchgehalten und viel geschafft bei der Arbeit aber dann auf einmal konnte ich meinen Kürbis nicht mehr halten und auch die Bewegungslust meines rechten Armes ließ sehr zu wünschen übrig.  Ich dachte mir dann, ok dann wird eben heute schon um halb zwölf Mittagspäuschen gemacht und hab mich ins Bett gelegt. Vorsichts halber hatte ich mir den Wecker gestellt, denn immer darauf verlassen, dass mich irgendein Katzi rechtzeitig weckt, ist mir dann doch zu gewagt. Der Wecker klingelte auch pünktlich (logisch) aber ich war lediglich dazu in der Lage, ihn auszustellen. Ich hab mich wieder umgedreht und habe weitergeschlafen, bis viertel nach zwei. Da war ich dann aber plötzlich auch putzmunter sag ich euch, als ich auf die Uhr schaute. Verflixt und zugenäht, wie konnte das passieren? Das hieß für mich, dass ich nun statt halb drei erst viertel vor fünf Feierabend machen konnte. Na prima aber ich war wieder fit und machte mich an die Arbeit. Ich hab dann auch bis zum Schluss alles geschafft. Danach hab ich mich aufs Sofa gelegt und hätte schon wieder schlafen können. Eigentlich hätte ich ja auch mal was essen müssen aber selbst dazu fehlte mir gestern einfach die Kraft. So kam Schatzi um halb sechs nach Hause und es ging gleich raus, denn wir hatten gestern unseren Termin beim Steuerberater. Der war auch echt super und sehr hilfreich. Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich unser Steuersystem verstanden und irgendwie bin ich froh, ab nun meine Steuererklärung nicht mehr selbst machen zu müssen. Wenn man gesund ist und alles "normal", ist es ein Klacks so eine Steuererklärung aber wenn man schwerbehindert ist, wird es schon echt kompliziert. Naja und wenn man verheiratet ist, scheint es ja so kompliziert zu werden, dass man es besser von einem Fachmann machen lässt. So die Hochzeit kann kommen und nun müssen wir nur überlegen, wie es mit mir weitergehen soll. Die letzte Woche hat gezeigt, dass ich kräftemäßig die 8 Stunden Arbeit wohl nicht auf Dauer schaffen werde. Ich habe mir eine Frist bis zur Reha1111 gesetzt. Wenn es sich bis dahin nicht ändern sollte mit meiner permanenten Erschöpfung muss ich wohl bei der Reha Farbe bekennen. Vielleicht ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, wo ich doch kürzer treten muss, ob ich will oder nicht. Aber ich scheue mich so sehr davor, weniger zu arbeiten, weil die Arbeit wird ja nicht weniger und die Frage ist, ob ich nach 6 h den Hammer fallen lassen kann, wenn noch nicht alles geschafft ist. Meine Sorge ist, dass ich trotzdem jeden Tag 8 h arbeiten werde und das wäre ja nun wirklich nicht Sinn und Zweck der Sache. Dann habe ich auch eine verdammte Schei...Angst, dass ich dann zu viel Zeit zum Grübeln auf dem Sofa habe und der körperliche Verfall noch schneller geht, als es eh schon der Fall ist. Ich glaube einfach, dass ich deshalb noch ziemlich fit für meine Verhältnisse bin, weil ich so aktiv bin. Dass ich noch voll arbeite z.B. kann nur von Vorteil sein aber je mehr ich in meinen Körper hineinhorche, um so mehr muss ich feststellen, dass meine körperlichen Kräfte einfach doch nachlassen. Da nützt es nix, dass mein Kopp fit ist und nach wie vor zu 400 % funktioniert. Da sind ja auch noch meine Schultern und mein Nacken und mein Hals, die meinen Kopp tragen müssen während der Arbeit und dann die Arme und Hände und Finger, die ich zum Schreiben brauche. Ständig muckt irgendein Finger rum, dann bleibt einfach so plötzlich der Mittelfinger in irgendeiner Position stehen und verharrt minutenlang in dieser Spastik. Manchmal mitten beim Schreiben, das ist nicht nur unangenehm, nee das macht mir zunehmends Angst. Heben kann ich meine Arme grade noch so aber inzwischen fallen sie nach ein paar Sekunden automatisch herunter, ohne dass ich noch irgendwas steuern kann. Das ist ein ganz schön besch... Gefühl, wenn die Körperteile nicht mehr das machen, wass sie eigentlich sollen und wozu sie ja schließlich auch da sind.

 

Naja nun genug gejammert, nützt ja auch alles nichts und entweder halte ich noch durch oder es müssen Lösungen her. Erstmal versuche ich noch, alles weiter so zu machen wie bisher. Vielleicht muss mein Körper nach dem Urlaub auch erst wieder in einen richtigen Rhythmus kommen. So schnell gebe ich mich nicht mit der jetzigen Situation zufrieden. 

 

So jetzt ruft die Arbeit. Let´s rolling in mein Home - Office      

 

 

14.03.2018

 

Hallöchen aus dem Katzen - Dream - Land, wobei dies heute nur für die 4 Katzen gilt, für mich war es eher Cat - Horror - Night - Land. Ich hatte mal wieder eine ziemlich schlaflose Nacht, weil Schatzi auf Dienstreise ist und ich mit den 4 Samtpfötchen alleine bin. Heißt praktisch, dass die Schmuseeinheiten, welche sonst auf uns zwei verteilt sind, heute von mir alleine bewältigt werden müssen. Klingt nach Stress? Isses irgendwie auch, denn entweder haben auch Katzen Frühlingsgefühle und wollen permanent gestreichelt und beschmust werden oder Lilly´s extremes Schmusebedürfnis färbt auf die anderen 3 ab. Sozusagen Futterneid auf der Herzebene. So hatte ich nachts links im Arm Lilly liegen, rechts Pebbles, oben Murphy und auf den Beinen Schwergewicht Mogli. Da ich mich ja sehr viel drehen muss, war dann erstmal wieder Wirbel bis jeder seinen Platz gefunden hatte und so ging das irgendwie die ganze Nacht. Ich glaube als der Wecker morgens klingelte, war ich grade mal 10 Minuten am schlafen gewesen. Naja aber nützt ja nüscht, musste ich durch und ich beschloss, eins zwei Päuschen mehr zu machen. Zudem hatte ich ja einen Arzttermin heute morgen, so dass ich an der frischen Luft war, was schonmal ein Einschlafen am frühen Morgen verhinderte. Beim Arzt wurde ich erstmal wieder schön gequält, denn immer wenn die Nurse in die Vene gestochen hatte, war sie plötzlich weg, also die Vene. Dann hat sie schön rumgepuhlt und versucht, die Vene einzufangen. Haha ich hatte ihr gleich gesagt, dass das nicht funktioniert und sie bitte lieber 100 mal neu stechen soll als rumzupuhlen. Nee aber Frau Nurse wusste es besser und stach drauf los und rührte und rührte...Ich glaub, dass ich irgendwann vor Wut fast rot angelaufen bin und hab dann angefangen rumzufuchteln und wollte mir die Nadel selbst rausholen. Also ich kann ja wirklich viel vertragen und meine Schmerzgrenze fängt da an, wo andere bereits aus dem Fenster springen aber das war dann doch zu viel. Sie fragte dann "Tut´s denn sehr weh? Ich hab´s auch gleich." Ich machte dann den anderen Arm frei und sagte wirklich nett und lächelnd zu ihr, sie solle es mal mit der Vene versuchen und zeigte ihr eine meiner Mustervenen. Da fand sie schon wieder ne völlig andere Stelle und ich fragte mich, was die wohl vor ihrem Dienst geraucht hat. Da wurde ich dann energisch und sagte zu ihr, dass sie bitte genau diese Vene nehmen solle und tippte drauf, bis ein roter Punkt erschien. Ich konnte mir grade noch verkneifen zu fragen, ob ich das nächste mal Vorbereitungen treffen soll und die entsprechenden Stellen rot anmarkern soll, am besten mit einem Leuchtedding oder so. Ich hab mich dann auch durchgesetzt und sie hat in diese Stelle gestochen und zack das Blut floss oder besser gesagt, wurde rausgezogen, in null komma nix war sie fertig. Sie verpasste mir noch ein Pflaster und dann war ich für heute entlassen. Da sie doch ziemlich lange mit Allem gebraucht hatte, kam ich dann ganz schön ins Schwitzen wegen meiner Verabredung mit einem Herrn vom Sanihaus. Ich düste nach Hause  und holte alles aus meinem Rolli raus, was ging. Gestern hatte ich im Sanihaus angerufen und die Problematik mit meinem E-Rolli geschildert (ihr erinnert euch? Ich sag nur Bamberg). Da sagte die Dame am Telefon, dass Ende April jemand vorbeikommen könnte. Ich sagte zu ihr, dass das sehr ungünstig sei, weil ich in 4 Wochen zur Reha fahren würde und ich ja das Gefühl habe, da geht nüscht mehr, dass mein EFix sozusagen tot sei und verschrottet werden muss. Dann bräuchte ich wenigstens zwei bis drei Wochen, um mir was Adäquates bei ebay zu besorgen. Da lachte sie und hat dann bei einem Mitarbeiter für heute noch ein Stündchen locker machen können. Ob die dachte, ich mache Spaß, als ich das mit ebay erwähnte? Hach und dann kam auch noch mein persönlicher Lieblingsmitarbeiter, der sich auch schon um meinen Oma-Rolli gekümmert hat und den Umbau des EFixes vorgenommen hat. Er schaute sich das Teil an, ging nochmal zum Auto, kam mit seiner Werkzeugtasche wieder, schraubte hier und schraubte da und was soll ich euch sagen??? Passt wackelt und fährt, ihr glaubt gar nicht, wie happy ich bin. ich muss keinen euen Rolli beantragen, kein Widerspruchsverfahren, keine drei Instanzen vor den Sozialgerichten...ey geil geil geil....Ich mach jetzt mal einen virtuellen Luftsprung...hüpf...Für mich war das einfach auch ein schönes Gefühl heute, dass dieser Mensch vom Sanihaus sofort vorbeigekommen ist und alles gegeben hat, um meinen Rolli noch zu retten. Das hab ich ihm auch so gesagt und er meinte, dass er es so toll findet, mit welchem Lebensmut ich alles meistere und dass er das unbedingt unterstützen möchte, denn er weiß von vielen Kunden mit dieser Krankheit, dass es ganz ganz schnell zu Ende geht, wenn man diese Menschen aufgibt. Nix da, aufgeben? ICH????? Never! In 3 Wochen will ich heiraten und ich will auch nächstes Jahr nochmal auf einen 2000-er Gipfel!!! Und wenn ich da mit Sauerstoffmaske hoch fahre, aber ich werde das schaffen! Punkt. 

 

Irgendwie hat mich das Ganze wohl aber doch zu viele Nerven und Energie gekostet, denn 10 Minuten nach dem Frühstück begann wieder die Übelkeit und das kotzende Känguruh war wieder in absoluter Höchstform. Boh wie ich das inzwischen hasse. Ich möchte einfach wieder normal essen können, ohne dass mir hinterher übel wird und ich erbrechen muss. Das letzte mal war es so extrem schlimm, als ich ein Stück Schokolade gegessen habe. Soll ich euch was sagen, seitdem habe ich keine mehr angerührt. Ich habe einfach keinen Appettit mehr auf Schokolade und was hab ich die früher gerne gegessen, und nicht nur ein Stückchen, neeeeee da war die ganze Tafel schnell weg, durftte ja auch nicht schimmlig werden. Na prima, soweit ist es nun schon gekommen, dass ich noch nicht mal mehr Appettit auf Schokolade oder Eis oder Kuchen habe. Stattdessen lutsche ich genüsslich Ingwer- oder Latschenkieferbonbons, mhhm lecker...nee wirklich ist kein Witz! Ich komme mir schon vor, wie so ne Wald- und Wiesenkräuterfee, die den ganzen Tag damit beschäftigt ist, zu überlegen, welches Pflänzchen denn noch alles so helfen könnte. Seit dem Urlaub esse ich ja auch schön brav jeden Tag meinen Hanfsamen und heute ist das 1 kg - Paket endlich angekommen. Ach ja und das Fotobuch von den Dolomiten ist gekommen, leider muss ich aber noch bis morgen warten, bis Schatzi wieder da ist. Wir schauen immer grundsätzlich das Erste mal gemeinsam hinein. Boh bin ich aufgeregt und gespannt, wie die Bilder in Groß aussehen. Ich finde ja, Schnee schön und malerisch zu fotografieren ist ganz schön schwer und herausfordernd, vor allem wenn der Himmel die gleiche Farbe hat wie die Landschaft. Bei blauem Himmel ist das kein Problem, da kriegste auch die Sternchensonne super hin und den Schnee mit seinem Glitzern aber dunklen Schnee schön zu fotografieren, also für mich immer wieder ne echte Herausforderung. Na gut noch 19 Stunden warten, davon ca. 8 h schlafen, wenn es gut läuft oder 10 Minuten, wenn es wieder schlecht läuft. Heißt für mich....lets rolling in my Bett

13.03.2018

 

Guten Morgen!

 

Oh Mann war das gestern ein Tag, der erste Tag nach dem Urlaub arbeiten und ich weiß ja, dass gerade nach dem Urlaub die Motivation eher im Keller ist und der Geist und der Körper sich erst wieder an den Arbeitsalltag gewöhnen muss aber ehrlich gesagt, weiß ich nicht, ob ich sowas schon einmal erlebt habe. Obwohl ich super in der Nacht von Sonntag auf Montag geschlafen hatte und sogar Lilly sich mit ihren Schmuseattacken nachts zurückgehielt, war ich hundemüde. Bereits nach zwei Stunden arbeiten ging nichts mehr. Mein rechter Arm war so müde und erschöpft und ich bekam ihn kaum noch hoch. Ich bin dann immer mehr oder weniger mit der Maus über das Mauspad hin- und her geschlittert. Irgendwie ging es auch, dennoch um 10 Uhr war erstmal Sense. So habe ich mich dann schon das erste Mal hinlegen müssen. Eine halbe Stunde bin ich echt eingeschlafen, bis mich Pebbles weckte. Dann ging es auch wieder und ich konnte bis zur Mittagspause durcharbeiten. Mittags hab ich mich wieder ins Bett gelegt und mit den Katzis geschmust und etwas gedöst. Das tat gut und so habe ich dann auch gut bis drei durchhalten können. Danach bin ich ins Wohnzimmer und wollte mich ein halbes Stündchen ausruhen, weil ich ins Städtchen musste. Blümchen und einen Mondkalender für meine Mutti holen. Sie hatte gestern ihren 70. Geburtstag. Aus dem halben Stündchen wurden zwei mit absolutem Tiefschlaf und eigentlich war ich total erschöpft und dachte so, dass nichts mehr aber auch rein gar nichts mehr geht. Nicht nur, dass ich gestern alles zuhause im Rolli machen musste, weil meine Beine sich gestern wieder mal mächtig angestellt haben, nee ich war auch geistig erschöpft. Dazu bekam ich wieder leichte Kopfschmerzen. Aber es half nichts und ich dachte mir, dass die frische Luft zumindest gut sei, um die Kopfschmerzen weg zubekommen. Also bin ich dann doch los und bereits im Rolli sitzend hing ich anfangs wie ein Schluck in der Kurve aber ich biss mich durch. Als ich dann durch den Park Richtung Städtchen gerollt bin und die Vögel hab zwitschern hören, ging es mir schon deutlich besser. Die Natur ist eben doch ein Phänomen und besser als jede Tablette. Im Blumenlädchen ließ ich einen schönen bunten Strauß binden und einen Mondkalender bekam ich Gott sei Dank auch noch, was ja im März nicht so einfach ist. Schließlich ist das Jahr schon 11 Wochen alt. Meine Kopfschmerzen verflüchtigten sich und ich beschloss, Schatzi vom Bahnhof abzuholen. 

 

Wir sind dann also zu meiner Mutti gefahren und dort gab es dann ein paar Leckereien und wir haben uns nett unterhalten. Als ich meiner Mutti so gegenüber saß dachte ich immer wieder, dass es unglaublich ist, dass diese Frau bereits 70 Jahre alt ist. Sie ist immer noch fit wie ein Turnschuh und ich habe bereits seit 20 Jahren mehr Falten als sie. Sie hat ein glattes Gesicht wie ein Baby-Popo. Und wie flink sie auf den Beinen ist, Wahnsinn. Meine Mutti pflegt ja seit Jahren ihren an Demenz erkrankten Mann und ich finde es ein Wahnsinn, was sie leistet. Da sie früher Krankenschwester war, kann sie die Dinge im pflegerischen Bereich alle selber machen aber das ist eben nur die eine Seite. Demenz bzw. Alsheimer ist eine der furchtbarsten Krankheiten, die ich kenne und ich bewundere meine Mutter dafür, wie sie das hinkriegt, dennoch glaube ich, dass inzwischen ein Punkt erreicht ist, wo sie ihn ins Heim geben sollte.  Gerade wenn sie mir erzählt, wie aggressiv er teilweise ist, und das, obwohl er ein ganz friedliebender Mensch ist, dann mache ich mir meine Gedanken. Am Sonntag im Tatort war diese Krankheit ja Thema und ich kann euch aus erster Hand sagen, alles was dort gezeigt wurde, entspricht komplett der Realität und wurde auch nicht übertrieben dargestellt. Das kann ich auch aus eigener Erfahrung sagen. Ausgerechnet an dem Tag, wo der Pflegedienst zur Begutachtung oder Neueinstufung ins Haus kommt, hat man einen "guten" Tag. Zack bum - abgelehnt. So siehts aus und du hangelst dich in Deutschland von einem Widerspruchsverfahren ins Nächste. Das erste Mal wurde bei mir die Pflegestufe 1 abgelehnt, weil uns 4 Minuten bei der Pflege fehlten!!! Nach dem neuen Gesetz ist das jetzt Gott sei Dank nicht mehr möglich. Ich finde es absolut menschenuwürdig, dass z.B. für eine morgentliche Wäsche ein Fensterlimit eingesetzt wurde, ohne zu schauen, ob das in der Realität umgesetzt werden konnte. Auch solche Tätigkeiten, wie mich im Winter in den Fußsack packen, wass bereits ca. 10 Minuten dauert, wurden zeitlich nicht berücksichtigt. Und wisst ihr mit welcher Begründung? Weil ja schließlich nur 3 Monate Winter ist, bei der Berechnung aber alle ganzjährigen Tätigkeiten zu Rate gezogen wurden. Da fällt einem doch nichts mehr ein oder??? Ich weiß, dass die Gutachter auch nur ihre Arbeit machen und sich an die gesetztlichen Vorgaben halten müssen. Letztendlich sind sie die Buhmänner, die oft den Ärger abbekommen. Was Pflege in Deutschland angeht, sind wir eines der ärmsten Länder auf der Welt. Wir haben so viel Geld und subventionieren Dinge, wie Kraftstoffe für Autos aber bekommen es nicht hin, ausreichend Gelder für Bildung, Kindererziehung und die Pflege kranker und alter Menschen hinzubekommen. Das ist echt traurig und ich ziehe den Hut vor allen Menschen, die aufopferungsvoll jeden Tag versuchen, trotz dieser Missstände weiterzumachen und alles zu geben, damit auch die Menschen, die Hilfe benötigen, ein halbwegs würdiges Leben führen können. 

 

Dank meines Schatzis und vieler lieber Menschen um mich herum rollt es auch in meinem Leben noch...und ihr glaubt gar nicht, wiiiiiiie dankbar ich dafür bin. Ich betrachte mich unter anderem bereits deswegen als absoluten Glückspilz. Das ist für euch wahrscheinlich nicht nachvollziehbar, weil Viele bestimmt denken, was bitteschön ist daran glückspilzisch, bereits mit 46 ein fast kompletter Pflegefall zu sein. Aber es könnte mich schlimmer treffen, z.B. völlig alleine gelassen den ganzen Tag auf dem Sofa liegend zu warten, bis ich endlich erlöst werde. So habe ich immer noch ein ausgefülltes glückliches Leben und Liebe, Zuwendung, Freude... ist besser als jede Medizin

 

11.03.2018

 

Guten Morgen aus dem Katzenhausener Schmuseparadies. Heute habe ich doch glatt bis 08:00 Uhr geschlafen. Um 4:17 war ich zwar wachgeworden, weil Lilly Schmuse- und Kuschelalarm anmeldete aber ich bin nochmal tief und fest eingeschlafen und als ich aufwachte, lag Murphy in meinem Arm. 

 

Gestern hatten wir ja den von unseren Freunden organisierten Junggesellenabschied. Da wir wegen mir nicht auf die Piste "gehen" konnten, um nochmal so richtig die Sau rauszulassen, haben sie sich was eher Ruhiges ausgedacht. Ein selbst veranstaltetes Krimi - Diner. Wir haben bereits am Donnerstag jeder einen Brief mit allen Instruktionen bekommen, jeder bekam praktisch eine oder mehrere Rollen und musste sich sowohl äußerlich als auch innerlich mit seiner Rolle auseinandersetzen. Ich bekam zwei Rollen, weil wir nur zu fünft waren, aber es 8 Personen im Kreise der Verdächtigen gab. Einmal war ich die Nonne Ignatia, die eigentlich gar keine Nonne ist, sondern eine Art Kräuterhexe mit übermäßigem Hang zur Kriminalität. Der von ihr so oft herumgereichte Klingelbeutel füllte sozusagen eher ihre eigene Tasche als die der Kirche. Ihr Mordmotiv war, dass der angebliche mafiöse Meisterkoch Enrico Fratinelli ihr Geheimrezept für eine Soße gestohlen und damit Millionen gescheffelt haben soll. Aber Schwester Ignatia litt an fortgeschrittener schwerer Arthrose, was praktisch bereits von vornerein einen Messermord an Enrico Fratinelli, der in diesem Spiel besagte ermordete Schuft, ausschloss. Die Rolle war mir praktisch wie auf den Leib geschneidert. Ich musste noch nicht mal schauspielerisch improvisieren, indem ich meine Hände etwas verkrüppelte, denn das sind sie ja bereits tatsächlich. Meine Zweitrolle war ein Metzgermeister namens El Commandante, auch Hühnchen genannt, welcher ein ernstes Mordmotiv hatte, weil Enrico Fratinelli überall herumerzählt hatte, dass sein Fleisch ungenießbar wäre. Aber wie bescheuert wäre das denn, als Metzgermeister Jemanden mit einem Trangiermesser zu ermorden. So doof kann ja keiner sein aber das sah auch nur ich so, die anderen in der Runde fanden das eine ausgeklügelte Taktik. Ich habe mich also ca. eine Stunde vor Abfahrt gestern vorbereitet und hatte überhaupt keine Vorstellung, was mich zu diesem Krimidiner erwartete und wollte mich einfach auch überraschen lassen. Auf den Unterlagen standen ein paar Angaben zu den anderen Teilnehmern und ein paar Infos, über meine zu spielenden Lichtgestalten, welche Top Secret waren. Leider habe ich dieses Top Secret erst während des Krimi Diners entdeckt, so dass ich doch glatt am Anfang schon ausplauderte, dass ich, also die Nonne, nicht die Mörderin sei. Spätestens da war klar, dass ich überhaupt keine Ahnung hatte, um was es eigentlich so richtig ging. Das Gelächter war riesengroß und Schatzi wurde als Erstes gefragt, ob er nochmal in sich gehen möchte, wegen der Heirat in 3 Wochen. Schatzi gab zu meiner Verteidigung an, dass ich das wohl extra gesagt hätte, um sofort den Verdacht von mir abzulenken, weil ich vielleicht doch die Mörderin war. Da war das Gelächter noch größer, denn alle wussten, dass ich leider überhaupt nicht abgebrüht genug bin, sondern dass ich einfach das Spiel noch nicht verstanden hatte. Es ging dann also los und jeder bekam Karten, wo ein paar Anhaltspunkte über Dialoge drauf standen und dann wurde viel improvisiert. Zwischendurch wurde immer mal wieder deutlich, dass ich mich nicht zeitgemäß auf die Rollen vorbereitet hatte und kam etwas durcheinander. Aber es war mega lustig und ein Lachanfall jagte den Nächsten. Ach ja, vorher gab es noch ein leckeres Essen, was unsere Freunde zubereitet hatten, mhhm genau das Richtige und lecker war es.  Die Mörderin war letztendlich Black Betty, die von mir zwischendurch auch mal zu Black Berry gemacht wurde, weil ich mir die Namen alle gar nicht merken konnte. Alle haben aber am Schluss richtig gelegen bei der Wahl, wer wohl der Mörder war. Ich fand, dass es ein mega gelungener Junggesellenabschied war und was während des Krimidiners anhand der improvisierten Dialoge deutlich wurde, ist, dass Schatzi und ich das perfekte Traumpaar sind und wir beruhigt den Bund der Ehe in 3 Wochen eingehen können. 

 

Danach haben wir noch zusammengesessen und über Dies und Jenes geplaudert und ich war erstaunt, dass ich gestern so fit war. Bis zum Schluss hatte ich mich ganz gut gefühlt. Gut, die 4 Stufen am Hauseingang bin ich fast nicht mehr runtergekommen, da hat dann einfach die Kraft nicht mehr gereicht aber eingeschlafen bin ich erst im Auto. Immerhin! 

 

Heute sollte ja eigentlich schönes Wetter mit Sonnenschein bei frühlingshaften 16 Grad werden aber wenn ich zum Balkon rausschaue, sehe ich wieder nur graue Wolken am Himmel. Wir hatten nämlich vor, vielleicht in paar Minütchen mit den Rädern zu fahren. Aber so wie es aussieht, wird das wohl nichts. Naja, da ich das Fotobuch gestern doch nicht fertig bekommen habe, werde ich das dann heute machen und um 18:30 spielt ja noch unser BVB. Schatzi fährt ins Stadion und ich habe sozusagen mit den Katzis sturmfrei. Allerdings weiß ich nicht, ob nicht vielleicht doch noch meine Schwester mit meinem Neffen vorbeikommt. 

09.03.2018

 

Guten Tach aus Katzenhausen. Ich habe ja heute noch Urlaub, Gott sei Dank, denn die letzte Nacht war vom Schlaf her auch nicht viel besser. Dafür aber schöner. Lilly ist die ganze Nacht nicht von meiner Seite gewichen. Manchmal hatte ich das Gefühl, sie will in mich hineinkriechen. Wahrscheinlich hat sie versucht, die ganzen Kuscheleinheiten der letzten 2 Wochen in einer Nacht nachzuholen. Na das dürfte ihr fast gelungen sein. Obwohl ich sehr müde war und eigentlich dringend ne richtige Mütze voll Schlaf bräuchte, hab ich die erste Nacht zuhause genossen. 

 

Dafür bin ich heute morgen etwas länger liegen geblieben und hab noch ein bissel gedöst. Alle 4 Samtpfötchen lagen neben, auf oder unter mir und haben geschnurrt. Naja irgendwann bin ich dann doch aufgestanden. Schatzi muss ja heute schon wieder arbeiten und so habe ich bis eben an unserem neuen Fotobuch gesessen. Immer wenn wir im Urlaub waren, gestalte ich ein Fotobuch als Erinnerung. DIe schauen wir uns wenigstens ab und zu an. Früher sind alle Fotos immer in irgend einer Schublade verschwunden oder landeten auf irgendwelchen Sicherungsmedien und wurden nie wieder gesichtet. Das finde ich total schade aber ein paar herkömmliche Fotoalben mit richtigen Fotos habe ich noch. Wenn ich da heute manchmal reinschaue, frage ich mich oft, welches Pony mich zeitweise geritten hat, mich so zu kleiden wie ich es damals tat oder mir z.B. Locken in meine Haare drehen zu lassen. Kaltwelle nannte man das bei uns und als Dirty Dancing rauskam, rannte bei uns jedes pubertierende Mädel mit Locken rum. Alle wollten aussehen wie Baby, ich natürlich auch! Klar was sonst haha. Neulich hab ich ein Foto gefunden, da war ich geschminkt, mit Lidschatten und Lippenstift. Auweia mein lieber Scholli sah das scheiße aus. Jetzt verstehe ich den Vater meines damaligen Freundes, als er ihn fragte, ob ich vielleicht aus Versehen in den Tuschkasten gefallen wäre. Damals war ich stinkbeleidigt und dachte mir so, dass er das doch nicht sagen kann. Aber auch zu blöd von meinem damaligen Freund (früher hießen die bei uns im Osten ja Scheks) dass er mir das auch noch brühwarm erzählen musste. Also Taktgefühl hatte der irgendwie wohl keins. Naja wir waren halt jung. Obwohl...nee ich hätte sowas nie gesagt. Jedenfalls hab ich also das Grundgerüst von unserem neuen Fotobuch aus den Dolomiten schon mal fertig. Morgen kommt noch der Feinschliff und dann ab in die Produktion. 

 

Auf meinen gestrigen Blog haben Einige von euch geschrieben und mich virtuell mal ganz lieb in den Arm genommen. Daaaaaaaaankeeeeee, ihr seid spitze und das ging runter wie Öl. Zwischen Schatzi und mir ist übrigens alles wieder in Ordnung, ihr müsst euch also keine Sorgen machen. Wir sind ja erwachsen und außerdem lieben wir uns viel zu sehr, als dass wir uns wegen solchen Kinkerlitzchen trennen. Ich finde, Streitereien müssen auch mal sein, denn wenn immer beide der gleichen Meinung sind, bedeutet das doch letztendlich, dass einer sich schon aufgegeben hat und immer Ja und Amen zu Allem sagt. Bei uns darf jeder seine Meinung haben und auch sagen. Manchmal kommen wir eben nicht überein und dann ist das eben so. Wir sind beide nicht die Typen, die sich dann anschreien und beleidigen. Nee bei uns ist das eher so, dass sich jeder erstmal zurückzieht und in sich geht. Später wird dann natürlich noch drüber geredet, also von wegen unter den Tisch kehren, nee das gibt es bei uns nicht, es sei denn, ich bin mal wieder wirklich absolut grundlos durchgedreht aus einer blöden Laune heraus. Und was dazu kommt, Schatzi ist Sozialpädagoge. Ich habe mich inzwischen daran gewöhnt, dass Sozialpädagogen irgendwie immer alles richtig sehen und machen. Schatzi ist ist immer so schrecklich vernünftig aber es reicht wohl auch, wenn eine in der Familie so richtig emotional ausflippen kann. 

 

So nun werde ich mich mal anziehen, ich sitze tatsächlich noch im Schlafanzug vor dem PC. Ihr wisst ja, gewusst wie, spart Energie. Ich muss nämlich ganz dringend zur Post, die Unterlagen für die Reha, die am 11.04., also eine Woche nach der Hochzeit beginnt, zurückschicken. Den Brief wollten wir eigentlich vor dem Urlaub noch zur Post bringen, nun haben wir ihn 2 Wochen lang durch 3 Länder kutschiert. Auch schön. Achso falls ihr euch jetzt fragt, wie ich denn dort hinkomme, jetzt wo mein E-Rolli im Eimer ist, ich hab doch noch mein Oma - Mobil für Zuhause. Und ich hab mir überlegt, dass ich nächste Woche nochmal zu meinem Doc gehen werde, um mir ein Rezept für einen reisefähigen E-Rolli geben zu lassen. Notfalls müssen wir eben die Krankenkasse verklagen, was zwar doof ist, weil es manchmal bis zu 2 Jahre dauert, bis man so etwas durchprozessiert hat und wer weiß, was bis dahin ist. Aber wir versuchen es auf jeden Fall. Lets roll...

08.03.2018

Ein Halli Hallo aus meinem Zuhause. Seit ca. 2 h sind wir wieder daheim und ich bin so froh, dass die 4 süßen Samtpfötchen uns direkt im Flur entgegenkamen und gleich schmusen wollten. Heute Morgen um 08:00 sind wir in Bamberg losgefahren und sind super durchgekommen. Kein einziger Stau diesmal, zeitweise waren nur LKW´s auf der ganz rechten Spur und wir. Leider fing es aber bereits unterwegs an zu regnen und auch hier regnet es unaufhörlich.

Gestern waren wir ja in Bamberg und bereits in der Tiefgarage des Hotels angekommen, ging es gut los. Der Parkplatz für behinderte Menschen war so gestaltet, dass sich direkt neben dem Auto eine riesige Säule befand. Ich hätte also eigentlich über´s Auto fliegen oder laufen oder mich aber erstmal unsichtbar machen müssen. Absolute Fehlkonstruktion und ich frage mich manchmal, wer denkt sich solche bekloppten Dinge eigentlich aus? Das war aber erst der Anfang, die Türe von der Tiefgarage zum Hotel ist für einen Rollstuhlfahrer überhaupt nicht zu öffnen, weil gar kein Platz links und rechts ist, um die Türe aufzumachen und dann noch mit Rolli hindurchzufahren, mal abgesehen davon, dass die Türe so schwer aufging, dass ich sie noch nicht mal einen kleinen Spalt öffnen konnte, da hätte es auch nix genützt, wenn ich mich kurz in eine Fliege verwandelt hätte. Im Hotelzimmer angekommen, wollte ich als Erstes mein Handy aufladen und dachte, ok ich muss mich sowieso etwas ausruhen, bevor wir losziehen, dann schließ ich mein Handy kurz am Bett an der Steckdose an. Ha Pustekuchen, da war nirgends eine Steckdose. Nach langem Suchen fand Schatzi dann doch endlich Eine, allerdings hinter dem Schreibtisch. Leider nur krabbelnd auf allen Vieren und nicht ohne Kopfstoßen zu erreichen. Und jeder weiß ja wie meeega lang die Ladekabel vom Handy sind. Wir haben dann noch eine im Bad und direkt am Türeingang gefunden. Wie praktisch aber wir waren froh, überhaupt eine Steckdose gefunden zu haben. Sämtliche Haken für Jacken waren so weit oben angebracht, dass sie für einen Rollifahrer absolut unerreichbar sind. Auch war das Zimmer so eng und durch Ecken verbaut, dass man zwar mit Rolli fahren konnte, aber dann bitteschön, keiner plötzlich die Badtüre oder Zimmertüre öffnen durfte. Der Rolli stand quasi überall im Zimmer im Weg. Dafür, dass es ein extra ausgewiesenes behinderten gerechtes Zimmer sein sollte, war es für Rollifahrer eine Zumutung. 

Aber einen Wasserkocher und Kaffee hatten wir auf dem Zimmer, so haben wir als Erstes ein Käffchen getrunken und uns etwas hingelegt. Boh ich war so hundekaputt und müde, am liebsten hätte ich durchgeschlafen bis heute früh aber wir wollten ja unbedingt was von Bamberg sehen. Schließlich gehört die Altstadt inzwischen zum Weltkulturerbe und so schnell würden wir aufgrund der Entfernung auch nicht wieder dorthin kommen. Also zogen wir uns an und tauschten noch den Porsche gegen den E-Rolli am Auto und packten mich vorsichtshalber in den dicken Fußsack. Auch wenn die Sonne schien, man konnte ja nie wissen.

Wir sind keine 20 m unterwegs gewesen, da verabschiedete sich bereits mein Bedienteil vom Rolli für den Motor. Dies war bereits seit ein paar Wochen locker und irgendwie hielt es aber immer ganz gut. Bis auf gestern, da wollte es nicht mehr. Ich hab noch versucht, es festzuhalten aber es war nichts zu machen und so haben wir dann den Motor ausgemacht und Schatzi hat mich geschoben. Eigentlich hasse ich es, geschoben zu werden, vor allem draußen. Ich möchte lieber selbst bestimmen, wo lang ich und wie schnell ich fahre. So sehr ich versucht habe, mich zusammenzureißen, es funktionierte ich, ich war stinksauer. Dabei wusste ich noch nicht mal, auf was oder wen ich sauer sein sollte. Auf die Krankenkasse, weil sie mir keinen adäquaten E-Rolli bewilligen und ich alles selbst beschaffen muss und somit viele Dinge einfach irgendwie zusammengeschustert sind und nicht mehr richtig funktionieren oder auf mich selbst, weil ich im Vorfeld nicht dafür gesorgt hatte, das blöde Bedienteil festschrauben zu lassen oder auf Schatzi, weil er es nicht festgeschraubt hat oder oder oder…Ich war völlig überfordert mit Allem. Die Altstadt war größtenteils mit Pflasterstein versehen und das machte die Situation noch schlimmer. Inzwischen war ich so sauer, dass ich am liebsten laut geschrien hätte. Dann lief auch noch ein kleines Mädchen neben mir und starrte die ganze Zeit mit böser Miene auf den Rolli und mich und es hatte nicht viel gefehlt und ich hätte sie angemotzt „was sie denn so glotzt und ob sie noch nie einen Menschen im Rollstuhl gesehen hätte.“ Aber die Mutter zog das Mädchen rechtzeitig weg und sagte zu ihr, dass sie doch nicht so starren solle und dass man das nicht macht. Oh Mann und wenn solche Momente gekommen sind, dass ich ungerecht werde, zu mir und vor allem zu Anderen und auch noch zu Kindern, dann ist alles zu spät. Naja aber ich riss mich zusammen, Schatzi war inzwischen auch schlecht gelaunt und hatte für meine Situation mal so überhaupt gar kein Verständnis. Nee wie auch, das sind Situationen, die nur jemand nachvollziehen kann, der hilflos und darauf angewiesen ist, dass alles funktioniert, zumindest halbwegs. Aber wenn dann gar nichts mehr geht, isses einfach ne Katastrophe. Ich fühle mich dann so ausgeliefert. Da sitz ich dann in diesem bekloppten scheiß dämlichen kaputten Rolli und kann nichts machen und muss darauf hoffen, dass Schatzi jetzt grade die richtigen Entscheidungen trifft, wie z.B. nicht durch die Pfütze zu fahren oder den ein oder anderen Stein mitzunehmen oder oder oder. Dabei gibt sich Schatzi solche Mühe und auch das Hotel hat echt viel Geld gekostet, EUR 150,00 pro Nacht! Also hieß es, Zähne zusammenbeißen und durch. Wir sind dann einen Berg hoch zu den 4 Türmen und ich hatte als Unterstützung nochmal den Motor angeworfen und das Bedienteil mehr oder weniger in der Hand festgehalten und versucht zu lenken. Ohne Motor wären wir da niemals hochgekommen. Oben angekommen kam uns plötzlich ein laut aufheulendes Auto entgegen und ich wollte schnell mit dem Rolli von der Straße. Aber in diesem Moment konnte ich vor Schreck nicht mehr lenken, drehte mich ne halbe Runde um meine eigene Achse und blieb dann stehen. Ich sah nur noch das Auto auf uns zukommen und habe laut geschrien vor Angst. Diese frisierte Karre mit dem laut aufheulenden Motor von diesem geisteskranken Typen hat mich so erschreckt, dass ich echt gedacht habe, der fährt mich um. Dazu muss ich sagen, dass es fast dunkel war inzwischen und der Rolli nicht beleuchtet ist, ich hatte somit Panik, dass er uns nicht sieht. Jetzt reichte es Schatzi endgültig und so schnappte er sich den Rolli und bestimmte, dass wir sofort ins Hotel zurückfahren. Ich war immer noch total geschockt und bekam einen Heulkrampf. Mein Körper zitterte, allerdings diesmal nicht vor Kälte sondern ich glaub echt, dass ich sowas wie unter Schock stand. Schatzi konnte das überhaupt nicht nachvollziehen und wiederholte zum dritten Mal, dass doch nichts passiert ist und auch nichts passiert wäre, weil er hinter mir stand. So fuhren wir dann jeder in seiner eigenen Welt ins Hotel. Ich flennte wie ein Schlosshund und verstand die Welt nicht mehr und Schatzi war beleidigt, weil ich so hysterisch war und den Ausflug in Bamberg versaut hatte. Na wenigstens hatten wir auf dem Hinweg noch ein paar schöne Fotos von der Regnitz und einer Gans gemacht und das Rathaus und die alten Häuschen bewundert. Den Rest von Bamberg müssen wir uns dann eben irgendwann mal anschauen.

Heute Nacht habe ich dann sehr schlecht geschlafen und war froh, als es endlich Tag wurde und wir endlich nach Hause fahren würden. Ich versuchte mich, mal wieder irgendwie zusammenzureißen aber die Tränen liefen und liefen und liefen…Zum Frühstück bekam ich nur einen Bissen von einem Minicroissant herunter und trank eine Tasse von dem ungenießbaren Kaffee. Aber ganz ehrlich, man hätte mir heute Morgen alles vorsetzen können, es wäre alles falsch gewesen. Dieses Hotel war insgesamt für mich eine Katastrophe und ich war überhaupt nicht bei mir und konnte mich mal wieder selbst nicht leiden. Wie sollten es mir da Andere Recht machen? Schatzi und ich hatten seit dem Vorfall mit dem Auto nicht miteinander gesprochen und mir war klar, dass ich das irgendwie mit mir alleine ausmachen muss. Sozialpädagogen – Schatzi kann das einfach nicht nachvollziehen, wenn ich so wütend werde. Als ob ich nicht selber weiß, dass es eigentlich gar nichts bringt, rumzumosern und zu heulen, wenn was nicht funktioniert und läuft, wie ich es mir erhofft hatte.  Das ist Kopf, klar aber mein Bauch und mein Herz macht in diesen Momenten aber was Anderes und meist das, was ich nicht will, nämlich ausflippen. Naja inzwischen reden wir wieder miteinander aber ich glaube ich hätte jetzt gerne Jemanden, der mich in den Arm nimmt und sagt „ich kann das verstehen, dass du da gestern solche Angst hattest, als dieses Auto auf dich mit laut aufheulendem Motor zukam.“ Es ist doch auch völlig wurscht, ob diese Angst gestern reell war oder ich überreagiert habe, Fakt ist, sie war da und ich habe mich hilflos und total überfordert gefühlt. Dass Schatzi nicht derjenige sein kann, mich jetzt in den Arm zu nehmen, ist mir aber auch klar. Irgendwer von uns Beiden muss in unserer beschissenen Gesamtsituation den Kopf behalten und positiv denken. Ich mache mir einfach auch nichts vor und weiß, dass ich am Abgrund stehe und versuchen muss, stark zu sein. Ansonsten haben wir verloren und das wahrscheinlich ziemlich schnell. Aber unsere Liebe wird das aushalten, diese beschissenen Momente und so schwer es auch manchmal sein mag...sie sind Gott sei Dank nur selten diese Art von Momenten. Aber ihr seht…manchmal rollt es eben auch nicht…

06.03.2018

Buon Giorno! Der vorletzte Morgen in den Dolomiten, bevor es morgen nach Bamberg geht. Das wird unsere Zwischenstation sein auf dem Weg nach Hause. Für mich wird es jetzt wirklich auch Zeit, wieder nach Hause zu fahren. Hier war es traumhaft schön und trotz meiner permanenten Müdigkeit und den unglaublichen Erschöpfungszuständen habe ich die Zeit hier sehr genossen. Für mich ist mein Zuhause immer noch am Schönsten und auch wenn der Alltag anstrengend ist, sehne ich mich danach. Vor allem fehlen mir unsere vier Samtpfötchen inzwischen sehr.

Gestern haben wir uns eine Schlittenfahrt mitten durch die Berge gegönnt. Das war zauberhaft und wie im Märchen. Ich wollte immer schon mal mit einer Kutsche oder einem Schlitten fahren und nun gestern war es endlich so weit. Als wir an einem Bach vorbeigefahren sind, musste ich sofort an das Märchen Aschenbrödel denken, wie die Stiefmutter & Co bei ihrer wilden Fahrt durch die Nacht dort hineingefallen sind. Aber bei uns lief alles glatt, wir hatten ja auch nur ungefähr 6 km/h drauf, also das Pferd. Diese Schlittenfahrt war auch deshalb super, weil wir so den Naturpark 3 Zinnen sehen konnten. Mit Rolli hätten wir da nicht durchfahren können, da der Schnee zu hoch lag und an diese 3 Zinnen – Hütte kommt man nur zu Fuß oder eben auf Ski. Wir sind dann an dem Wendepunkt in dieser Hütte eingekehrt und es war unglaublich, wie viele ältere Menschen und teilweise richtig alte Menschen auf Ski dorthin unterwegs waren. Da dachte ich so „wow, wie viele gesunde alte Menschen es doch noch gibt.“  Wir haben einen Tee getrunken und dann ging es wieder zurück. Die Menschen, die uns unterwegs begegneten, freuten sich alle richtig, als sie den Schlitten gesehen haben. Schatzi winkte dann manchmal, was ich etwas albern fand. Viele haben mit ihren Handys Fotos gemacht und ich will nicht wissen, auf welcher Plattform mein Näschen sich grade hinter dem Pony versteckt.

 

Nach der Schlittenfahrt sind wir dann nochmal nach Innichen gefahren in ein riesiges Geschäft, wo man eigentlich alles bekommt. Von der Kaffeetasse bis zum Bobbycar, alles hatten die. Letzte Woche waren wir dort, weil wir ein Geburtstagsgeschenk für meine Mutti brauchten. Und als ich so durch die Gänge gedüst bin, sah ich es plötzlich vor mir sitzen. Dieses süße Plüsch – Marienkäferchen in Großformat. Ich fand es so goldig aber ich war tapfer und habe es brav sitzen lassen. Aber es ging mir all die Tage nicht aus dem Kopf und ich dachte oft, dass ich es bestimmt bereuen würde, wenn ich es nicht doch mitnahm. Und so fuhren wir also gestern nochmal in den Laden und holten Innich in unsere Familie. Ich habe Schatzi klargemacht, dass Innich, wenn es hätte laufen können, mir 100 % - ig sowieso entgegengelaufen wäre und sich einfach in meiner Tasche versteckt hätte, um für immer bei mir zu sein. Nun liegt Innich zwischen uns im Bett und begleitet mich ab nun als mein ganz persönlicher Glückskäfer.

Heute sieht man den Berg vom Bett aus überhaupt nicht. Er ist in eine dichte Nebeldecke eingehüllt. Aber es schneit und so finde ich es gar nicht schlimm, dass wir keinen blauen Himmel und Sonnenschein haben. Der Neuschnee wird uns heute nämlich endlich zu unserem Schneemann verhelfen. Nach dem Frühstück holen wir noch eine Möhre und dann geht es los und ich freue mich schon riesig. Schneemann bauen gehört einfach zu unseren Winterurlauben dazu und ist ein absolutes Muss. Nachmittags gibt es noch ein letztes Mal das Wellnessprogramm mit kurzer Schwimmeinheit und zwei Saunagängen. Gestern bin ich übrigens fast geschwommen wie ein Fisch und ich habe über 10 Minuten durchgehalten. Na gut zugegebenermaßen nur mit Schatzis Hilfe aber immerhin. Leider werde ich trotz der Bewegung im Wasser nicht richtig warm und fange schnell an zu frieren. Wie schnell mein Körper auskühlt, merkt man vor allem daran, dass ich im anschließenden Saunagang noch nicht mal nach den 15 Minuten richtig schwitze. Bei Schatzi tropft es selbst vom Kopf schon herunter, da bin ich immer noch furztrocken am Körper. Erst beim zweiten Saunagang ist mein Körper dann endlich mal bereit, zu schwitzen. Danach fühle ich mich immer unglaublich leicht und ich habe beschlossen, zuhause mit Schatzi öfters in die Sauna zu gehen. Ich habe hier echt Gefallen daran gefunden. Gut, zuhause wird es wohl nicht die leckeren Apfel- und Bananenchips geben aber es verleiht ein gutes Körpergefühl und diese Wärme ist einfach schön muckelig.

 So jetzt gibt’s gleich lecker Frühstück…es rollt…

04.03.2018

Guten Morgen, ich weiß es ist noch ziemlich früh, also zumindest für einen Sonntag aber mir gehen gerade so viele Gedanken durch den Kopf. Heute Morgen um 5:00 bin ich aufgewacht, weil ich einen doofen Traum hatte. Ich habe dann beschlossen, nicht mehr weiterzuschlafen, sondern mich abzulenken. So habe ich die neuen Post´s auf Instagram durchgesehen und bin auf ein Zitat einer Mutter gestoßen, die vor Kurzem ihre Tochter an Krebs verloren hat. Das Zitat lautet „Den Tod stirbst du nur, damit klarkommen müssen die Anderen.“. Das hat mich sehr bewegt und der Schmerz, der hinter diesem Zitat steht, muss immens groß und kaum auszuhalten sein. Nun habe ich zwei Stunden über dieses Zitat nachgedacht und finde, dass es sehr zutreffend ist. Gleichzeitig habe ich aber wieder diesen Schmerz gespürt, der mich seit Monaten plagt. Nämlich die Gedanken daran, wie mein Lieblingsmensch oder die Menschen, die mich lieben, damit umgehen werden, wenn ich diese Welt verlasse. Diese Menschen, die alles dafür tun, mir mein Leben erträglich zu machen und mir jeden Wunsch von den Augen ablesen, die Menschen, denen es so wichtig ist, dass es mir trotz meiner Krankheit so gut wie möglich geht. Die Menschen, die sich aufopferungsvoll um mich kümmern, die versuchen, mich zu trösten und die mich halten in manch schwerer Stunde. Die Gedanken daran, dass vor allem mein Lieblingsmensch irgendwann abends ohne mich einschlafen und morgens aufwachen wird, sind kaum auszuhalten für mich. Ich stelle mir vor, ich wäre an der Stelle meines Lieblingsmenschen, keine Ahnung, ob ich es aushalten könnte, alleine zurückzubleiben. Manchmal denke ich, dass ich erst lebe, seit es uns gibt. Wie sollte ich da klarkommen, wenn gerade dieser Mensch dann nicht mehr da ist. Ich weiß, dass mein Lieblingsmensch etwas anders als ich gestrickt bin und immer schon sehr autark war aber dennoch fühle ich, dass die Gedanken, dass ich vielleicht bald gehen muss, unglaublichen seelischen Schmerz verursacht. Auch bei meiner Mutter spüre ich diese Angst und Hilflosigkeit, dieses sich an jeden Strohhalm klammern, der nur geht. Ich kann das sehr gut nachvollziehen und verstehen aber es hilft mir oft nicht, weil es mich zu sehr unter Druck setzt. Ich glaube, meine Mutter würde alles riskieren und unternehmen, um mich vor dem Tod zu bewahren. Aber leider würde sie dabei auch nicht erkennen, wann es der richtige Zeitpunkt für mich wäre, zu gehen. Ihr Schmerz wäre glaub ich größer, mich gehen zu lassen, als zu sehen, dass es eine Erlösung für mich bedeutet. Mein Schatz ist da anders, so schwer es sein wird, mich irgendwann gehen lassen zu müssen, aber ich weiß, dass ich gehen darf, wenn der Zeitpunkt gekommen ist. Und ich hoffe zu wissen, dass es für meinen Lieblingsmenschen auch eine gute Zeit nach mir geben wird. Vielleicht wird es eine Weile dauern aber ich weiß, dass ihn unser gemeinsames Leben und unsere Liebe für alles was kommt, vorbereitet und stark gemacht hat. So nun aber genug von diesem schweren Gedankengut. Die Sonne scheint hell bei strahlend blauen Himmel und der Tag wartet darauf, von uns gelebt und geliebt zu werden. Also auf rollts….

03. März 2018

Hallo ihr Lieben, immer noch gibt es die Grüße und News aus den Dolomiten. Heute haben wir Samstag, was heißt, dass wir noch 3 Tage hier genießen können. Gerade waren wir wieder Wellnessen und ich fühle mich auch heute wieder wie nach einer Reinkarnation. Auch die leckeren Apfel,- Kokos- und Bananenchips waren wieder mega lecker. Wenn wir am Mittwoch Morgen abreisen, werden die wahrscheinlich denken, „Jo mei, seinds endlich weg die Zwoei, fressen unsre gsamten Chips weg.“ Oder aber Variante 2: „Jo mei, endlich hats mal jemand die Chips weggemampft, i dacht scho, dass i di morge hätt wegwerfe müsse, weilsch Verfalldatum abgelofe isch.“ Na uns kann es egal sein, lecker war es und nur das zählt.

So was gibt’s Neues aus dem Winter Wunderland? Gestern wollten wir eigentlich einen Schneemann bauen aber leider ist es überhaupt nicht möglich. Der Schnee ist so pulverig, da kriegt man noch nicht mal ne Minikugel hin. Naja da gab´s dann eben keinen Schneemann. Dafür hab ich mich in den Schnee gelegt und ein bissel hin- und hergewälzt. So für´s Album und für meine Insta-Freunde. Ich lag dann auf dem Rücken im Schnee und das war ein tolles Gefühl. Dabei habe ich in den Himmel geschaut und habe unsagbares Glück gespürt. Am liebsten wäre ich liegen geblieben aber dazu war es dann doch zu kalt. Wir sind dann noch an einen anderen Ort gefahren, um nochmal ein bissel mit den Seifenblasen zu spielen. Da sind wieder ganz tolle wunderbare Sachen rausgekommen. Ansonsten war es gestern sehr dunkel und kein schönes Wetter zum Fotografieren. Ausgerechnet jetzt, wo es mit 0 Grad so warm ist, dass ich noch nicht mal Handschuhe bräuchte. Meine Übelkeit haben wir endlich auch in den Griff bekommen. Wir haben Travel - Gum aus der Apotheke besorgt, das sind Kaugummis, allerdings haben die auch einen medizinischen Wirkstoff drin, so dass man ganz schön müde wird von den Dingern. Schmecken tun sie aber wie ganz normale Kaugummis. So sind wir dann ziemlich früh wieder ins Hotel, weil ich wieder mal eingeschlafen bin.

Heute Morgen wurden wir endlich wieder mit einem tollen Sonnenaufgang geweckt und es hatte nachts etwas geschneit. Ich hab Schatzi gleich früh aus dem Bett geschmissen, damit wir pünktlich halb acht beim Frühstück sitzen. Das schöne Wetter mussten wir ja schließlich ausnutzen. Aber bevor wir uns angezogen hatten, war die Sonne auch schon wieder weg. Aber der Himmel war noch etwas blau und so machten wir dann doch Ballett. Um neun waren wir startklar und sind auf den Monte Elmo in 2050 m Höhe gefahren. Dort oben war es einfach gigantisch. Überall diese schneebedeckten Berge und der Ausblick war grandios. Schatzi hat mich mit dem Rolli durch den Schnee gefahren oder sagen wir besser gezogen und dann haben wir vor dem Abgrund Fotos gemacht. Ui ui ui, also das ist nix für Höhenängstler aber wenn ich eins nicht habe, dann ist es Gott sei Dank Höhenangst. Dann sind wir noch in einen kleinen Märchenwald gefahren und Schatzi hat ein großes Herz in den Schnee gemalt. Da hab ich mich dann reingelegt, erstmal alleine und dann mit Schatzi, hach war das schöööön. Eigentlich wollten wir noch weitere schöne Fotos von den Bergen machen aber das war gar nicht mehr möglich, denn innerhalb des Objektiv – Wechsels war plötzlich alles neblig. Wirklich von einer Minute zur Nächsten waren die Berge weg. Na gut, sind wir eben wieder nach unten gefahren. Wir waren ja auch echt lange da oben. So ein bissel habe ich die Skifahrer schon beneidet, wie die alle da so toll und mutig die Berge runtersaußen oder Langlauf in der Loipe machen. Naja dafür hatte ich meinen Rolli dabei, ist ja auch so ein bissel wie Schlitten fahren, nur eben mit Rädern. Ich glaube die Kinder haben alles etwas neidisch geschaut und dachten sich "Wow mit was für´n Mondfahrzeug isss´n die hier unterwegs?" Kinder finden Rollstühle immer ganz toll und sind fasziniert. Oft höre ich sie jammern beim Laufen "Ich will auch sowas wie die da, die hat es gut, die muss nicht laufen." Hach wenn die wüssten und ich bete, dass sie niemals wirklich in so einem Ding landen. So nun bin ich wieder vom Thema abgekommen. 

Da es noch nicht mal 12 Uhr war, haben wir beschlossen, nochmal ins Fischleintal zu fahren. Gesagt, getan und das hat sich wirklich gelohnt. Dort ist ein Weg, wo Schatzi mich ziemlich gut im Rolli schieben konnte. Uns kamen viele Pferdekutschen entgegen, so richtig alte Schlitten waren das und nun haben wir für Montag auch eine gebucht. Oh das wird bestimmt toll und romantisch, mit Schatzi in der Pferdekutsche sitzen und durch die Märchenwälder fahren und mitten durch die Berge.

Morgen wollen wir mit der Seilbahn gegenüber der 3 Zinnen fahren. Da bin ich mal gespannt, ob wir dann alle Zacken mal sehen und vor allem die Sextener Sonnenuhr. Die haben wir nämlich am ersten Tag gesucht und nicht gefunden. Kein Wunder, dabei handelt es sich nicht um eine Sonnenuhr, wie man sie sonst so kennt. Nee die Sextener Sonnenuhr besteht aus verschiedenen Bergen, die man Elfer, Zwölfer…nennt. Na wir lassen uns überraschen, auf jeden Fall rollts…

01.03.2018

 

Grüß Gott aus den Südtiroler Dolomiten. Ja „Grüß Gott“ ist hier die am häufigsten verwendete Begrüßung und immer wenn uns jemand begegnet und diesen Gruß entgegenbringt, brabble ich vor mich hin „Jo wenn ich ihn sehe, grüße ich ihn.“ So habe ich mir also mal näher Gedanken über diese Grußform gemacht. „Grüß Gott“ klingt ja erstmal schön und ich finde es prima, wenn ich begrüßt werde, denn das heißt ja, dass ich wahrgenommen und beachtet werde. Die letzten Tage bin ich manchmal in den Frühstücksraum gefahren und habe „Guten Morgen“ gewünscht. Da kam dann nix zurück. Na schön dachte ich mir, dann gibt’s eben ab morgen keinen Gruß mehr. Ich finde das ja ein ungehobeltes Verhalten aber irgendwie kann ich nicht anders, als zu grüßen. So habe ich also auch heute wieder nett gegrüßt. Also um aber nochmal auf das „Grüß Gott“ zurückzukommen. Wieso sagt jemand zum Anderen „Grüß Gott“. Da steckt in meinen Augen ja auch eine Aufforderung drin. Wo und wann soll ich denn Gott grüßen? Das verstehe ich ehrlich gesagt irgendwie nicht, umso mehr erstaunt es mich, dass ich hier inzwischen auch nach meinem lässigen „Hallo“ ein „Grüß Gott“ hinterherschmeiße. Abgesehen davon, dass es für mich ja auch gar keine Bedeutung hat, weil ich ja Heidin bin und Gott in meiner Vorstellung nicht existent ist. Für mich ist ganz klar, irgendein Vorfahre von mir muss einmal vor ganz langer Zeit eine Alge gewesen sein und dann kam irgendwann das Gehirn, die Arme, Beine…dazu und zack fertig war der Mensch. Natürlich nicht von heute auf morgen aber alles Andere macht doch keinen Sinn. Meine Version mit den Algen finde ich auch deshalb schon logischer, weil es ja bestimmt Millionen von Algen gab. Das heißt, dass nicht meine Urururur…Opa – Alge mit einer einzigen Urururur…-Algen-Oma sich verpaart hat und alle Anderen Wesen um mich herum praktisch aus diesem einen Algen –Pärchen entstanden sind. So wie bei Adam und Eva, wo es ja praktisch nichts anderes bedeudet, als dass Adam und Eva und alle anderen, die danach kamen meine Verwandten quasi sein müssen. Die ganze Welt wäre somit ja ein einziges Inzest – Szenario. Oh nein wie furchtbar. Es gibt ja nicht nur nette Menschen, diese ganzen Mörder und kriminellen Menschen oder Donald Trump, alle wären irgendwie mit mir verwandt. Nee das will ich nicht, also bleib ich bei meiner Algen – Version.

Gestern waren wir schon früh unterwegs, um den blauen Himmel und die Sonne zu genießen. Es war teilweise zwar – 25 Grad aber die Fotos, die ich machen konnte, sind ein Traum. Wir haben endlich auch die Seifenblasen ausprobiert, was ein ziemliches Geduldsspiel ist. Ein paar sind etwas geworden und ich bin begeistert. In einer Seifenblase spiegelte sich sogar ein Regenbogen wieder. Morgen sind somit weitere Experimente angesagt und ich freu mich jetzt schon, und wenn mir die Hände endgültig abfrieren, egal!!!

Heute haben wir uns mit einer meiner treuen Followerin von Instagram getroffen, sie wohnt direkt im Nachbarort. Wir haben in einem gemütlichen Café zusammen nett Tee getrunken und uns fast ohne Punkt und Komma unterhalten. Das finde ich so toll an Instagram, dass ich Menschen kennenlerne, mit denen ich mich dann auch mal treffe, wenn ich in der Gegend bin. Danach sind wir nach Innichen gefahren, da wir dringend eine Apotheke brauchten. Wir mussten unbedingt etwas gegen meine Übelkeit im Auto besorgen, denn dieses Serpentinen – Fahren raubt mir 80 % meiner Energiereserven und macht mich ganz krank. Gestern wollten wir eigentlich noch einige Sachen anschauen, aber das war gar nicht möglich, da mir mittags schon wieder übel war und ich Kopfschmerzen hatte, dass ich nicht mehr geradeaus gucken konnte. Ich habe die halbe Zeit im Auto wieder gepennt und bin gefühlt halbtot erst am Hotel wieder aufgewacht. Dann hilft nur noch Schlafen, was ich ziemlich ätzend finde. Schlafen kann ich schließlich auch zuhause aber doch bitteschön nicht 1000 km entfernt im Urlaub. Vielleicht habe ich einfach auch nur Angst, was zu verpassen aber Schatzi sagt, wenn mein Körper das nicht verkraftet, dann ist das so und da kann ich mich auf meinen Kopp stellen. Hilft alles nix, muss ich ausruhen und schlafen und dann guggen, was geht. Aber da meine Kräfte eh schon sehr limitiert sind, ist das mit dieser Autofahrt - Übelkeit zusätzlich echt kacki und muss dringend gelöst werden. 

Die doofen Kopfschmerzen hatten gestern zur Folge, dass ich das leckere Abendessen fast überhaupt nicht essen konnte. Auch den leckeren Zwischensnack, den es zwischen 15 und 16 Uhr immer gibt, übrigens das leckerste Tiramisu, was ich je gegessen habe, konnte ich nicht zu mir nehmen. Und mir war gestern Abend klar, dass ich das ganz bitter bereuen werde, spätestens dann, wenn ich zuhause bin und vor meinem geistigen Auge das Tiramisu vorbeifliegt. Gott oder welcher Alge auch immer sei Dank, habe ich gut geschlafen und bin ohne Kopfschmerzen heute Morgen aufgewacht.

Jetzt geht es gleich wieder zum Wellnessen, ein bissel Physio mit Schatzi im hauseigenen Planschbecken und anschließend Sauna und chillen bei Tee, Bananen- und Kokos -Chips im Wasserbett. Megaaaaaa, ihr seht also…es rollt….

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